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Meister im Handwerk Mal selber Chef sein

Stand: 11.08.2015

In vielen Handwerksberufen ist der Meistertitel immer noch Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen. Für angestellte Handwerker kann sich die Fortbildung lohnen, um auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Mit dem Abschluss kann man sogar an Fachhochschulen und an Unis studieren. Der Weg zum Meister ist allerdings nicht einheitlich geregelt, was Dauer und Kosten angeht. Das variiert je nach Beruf. Wer die Prüfungen machen will, braucht auf jeden Fall Disziplin und Durchhaltevermögen.

Wieder in der Schule

Lukas Burger geht seit einigen Monaten wieder in die Schule. Dabei hat er seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker abgeschlossen und danach im Installationsbetrieb seines Vaters in Pfaffenhofen an der Ilm mitgearbeitet. Lukas will die Firma später einmal übernehmen. Dazu braucht er den Meistertitel. Er macht die Fortbildung in Vollzeit - das heißt, er hat fünf Tage die Woche Unterricht, und das etwa ein Jahr lang.

"Ich komme mit dem Zug her, um halb acht fängt hier die Schule an, normalerweise bis fünf Uhr, dann bin ich gegen sechs Uhr wieder zu Hause und würde dann kurz einen Happen essen und mich dann nochmal hinsetzen und was lernen."

Lukas Burger, Anlagenmechaniker

Lukas besucht insgesamt vier Vorbereitungskurse, an deren Ende jeweils die Prüfung steht. Die Kurse sind nicht verpflichtend. Der Großteil der Meisteranwärter belegt sie jedoch, um einen guten Abschluss zu erreichen. Vorbereitungskurse bieten die Handwerkskammern an, sowie kommunale oder private Träger.

Auch Teilzeit möglich

Es ist auch möglich, die Meisterfortbildung in Teilzeit zu absolvieren. Das dauert dann etwa zwei Jahre. Wer sich für Teilzeit entscheidet, besucht ein bis zwei Tage in der Woche oder am Abend die Schule. Der Vorteil: Man  kann daneben arbeiten und Geld verdienen.

Wie finanziert man den Meister?

Lukas Burger macht die Meisterfortbildung in Vollzeit - das heißt, er kann nebenbei kaum Geld verdienen. Dabei sind die Kurse nicht ganz billig. Auch das Pendeln und die sonstigen Gebühren schlagen zu Buche. Sein Meistertitel wird Lukas am Ende einige tausend Euro kosten. Ihm hilft das Meister-Bafög - da gibt es Zuschüsse und Darlehen vom Staat. Die Leistungen hängen von der Höhe des Einkommens und des Vermögens des Antragsstellers bzw. des Ehepartners  ab.

"Das Meister-Bafög hab ich bei der KfW-Bank beantragt und beim zuständigen Landratsamt und somit kommt man dann eigentlich dann einigermaßen über die Runden und außerdem hat man während der Schule eh nicht so viel Zeit Geld auszugeben, dann funktioniert das schon irgendwie. ich bekomme im Moment Meister-Bafög um die 630 Euro."

Lukas Burger, Anlagenmechaniker

Mit dem Meisterbrief  wird Lukas einmal selber Chef sein und trägt dann die Verantwortung für Betrieb und Mitarbeiter. Eine echte Herausforderung, der er sich aber gern stellen will.

Die wichtigsten Fakten

  • Offizielle Bezeichnung: Meister/-in
  • Dauer: Vollzeit (ca. 1 Jahr), Teilzeit (ca. 2 Jahre)
  • Vorbereitungskurse: Bestehend aus vier Teilen: praktischer Teil (I), fachtheoretischer Teil (II), betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Teil (III), berufspädagogischer Teil (IV)
  • Ausbildungsorte Meisterschulen in Handwerkskammern, kommunalen Schulen, privaten Einrichtungen
  • Prüfung: Handwerkskammern
  • Voraussetzungen: bestandene Gesellenprüfung
  • Kosten: Von etwa 4.000 Euro bis 9.000 Euro.
  • Finanzierung: Meister-Bafög, Stipendium, Erspartes
  • Perspektiven: Selbstständigkeit, Führungsposition, Studium
  • Infos im Netz: www.meister-bafoeg.info | www.zdh.de | www.meisterschulen.de

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