ARD-alpha - Campus Magazin


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Hochschul-Sport Unterwasserrugby

Das Tor liegt fünf Meter unter der Wasseroberfläche, Seh- und Hörvermögen sind stark eingeschränkt. Die Spieler haben nur ein Ziel: den Ball zu bekommen. Dafür wird beim Unterwasserrugby hart zugepackt, geschubst und gekämpft.

Von: Lukas Hellbrügge

Stand: 17.04.2015

Unterwasserrugby | Bild: picture-alliance/dpa

Vor neun Jahren ist die 28-jährige Luise Fischer zum Unterwasserrugby beim Hochschulsport gekommen. Inzwischen promoviert sie an der Uni Bamberg – der Sport ist für sie ein guter Ausgleich zu ihrer Psychologie-Dissertation.

"Unterwasserrugby ist der einzige Sport, der in 3D gespielt wird: Der Gegner kann von unten, von oben, von links oder von rechts kommen."

(Luise Fischer, Psychologiedoktorandin aus Bamberg)

"Auftauchen ist die feige Variante"

Sechs Spieler und Spielerinnen hat eine Mannschaft im Wasser. Am Beckenrand warten sechs Auswechselspieler auf ihren Einsatz. Ziel ist es, den schweren, mit Salzwasser gefüllten Ball in den gegnerischen Korb zu befördern. Solange ein Spieler im Ballbesitz ist, darf er vom Gegner attackiert werden. Es wird angefasst, gerangelt, gekämpft - bis die Luft knapp wird und der Spieler auftauchen muss.

Gespielt wird meist nach dem skandinavischen System mit festen Rollen: Verteidiger, Stürmer und Torwart. Der Torwart darf sich auch auf den Korb legen – was das Körbe machen natürlich erschwert. Es ist ein ständiger Kampf mit dem fremden, aber auch mit dem eigenen Körper und ein Ringen um Luft.

"Und dann muss man sich entscheiden, ob man auftauchen muss oder doch noch einen Torangriff macht. Auftauchen ist die feige Variante."

(Luise Fischer)

Unterwasserrugby wird in gemischten Teams gespielt. Die Damenliga, in der Luise auch aktiv ist, ist die Ausnahme. Meistens spielt es keine Rolle, ob der Gegner Mann oder Frau ist. Aber es gibt auch Ausnahmen.

"Manchmal ist es auch eine Egofrage für einen Mann. Wenn einem der Ball ausgerechnet von einer Frau geklaut wird, ist das schon besonders peinlich."

(Luise Fischer)

Schiedsrichter unter Wasser | Bild: BR

Vom Beckenrand sieht man nur wenig vom Spielgeschehen – der Schiedsrichter mit Tauchausrüstung ist deshalb immer unter Wasser und kann das Spiel mit einem Signalhorn unterbrechen. Sein Kollege am Beckenrand kontrolliert den Spielerwechsel von der Oberfläche aus.

Barcelona, Budapest, Florenz, Wien, Berlin – Luise hat mit ihrer Mannschaft an vielen internationalen Wettkämpfen teilgenommen. In Deutschland gehören die Bamberger zu den besten Teams, sie belegen regelmäßig die ersten Tabellenplätze. Aber für sie geht es nicht nur um diese Erfolge.

"Es ist meine Leidenschaft, weil es so viel Spaß macht und man immer wieder in neue Situationen gerät, die man meistern muss und auch meistern kann. Weil man nie auslernt, weil man immer etwas besser machen kann."

(Luise Fischer, seit neun Jahren begeistert von Unterwasserrugby)

Hochschulsport

Von Aerobic bis Zumba – beim Hochschulsport können Studierende und auch Hochschulmitarbeiter aller Fakultäten trainieren. Sportausweise und Marken werden jeweils pro Semester gegen eine geringe Gebühr ausgegeben, Kursangebot und Preise variieren je nach Hochschule. Infos und Links zu den Sportangeboten der einzelnen Hochschulen gibt es beim Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband.


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