ARD-alpha - Campus Magazin


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Andi Weishäupl „Die Universiade war mein schönster Wettkampf!“

Zwischen das Fußball-Taktik-Seminar und die Frühneuhochdeutsch-Vorlesung schiebt Andi Weishäupl eine Trainingseinheit - auf Skirollern statt auf Langlaufski. Das milde Wetter erschwert ihm die Vorbereitungen auf die Universiade.

Von: Anna Maria Kemmer

Stand: 28.01.2015

Andi Weishäupl | Bild: BR

Auf Skiern stand Andi Weishäupl aus Passau schon mit 3/4 Jahren. Zum Langlauf im Verein ist er im Grundschulalter über einen Freund gekommen und „einfach hängen geblieben“, sagt der 22-jährige Langläufer vom WSV DJK Rastbüchl. Er war auch mal im Bayernkader. Heute startet Andi normalerweise im Continentalcup, nur eine Stufe unter dem Weltcup. Dass er sich nun schon zum zweiten Mal bei der Universiade mit Weltklasse-Athleten messen darf, freut ihn sehr. Die Universiade 2013 war die schönste Sportveranstaltung, die er bisher erleben durfte: „Da herrscht echt olympisches Flair, die riesige Eröffnungsfeier, die Berichterstattung, das sind lauter coole Erlebnisse.“

Schwerpunkt aufs Studium gelegt

Neben den sportlichen Leistungen die wichtigste Voraussetzung für eine Universiade-Teilnahme: Man muss studieren. Andi ist in Passau im fünften Semester für Deutsch und Sport auf Lehramt eingeschrieben. In zwei bis drei Jahren will er sein Examen machen. Sollte sich danach beruflich doch etwas in Richtung Sport ergeben – Leistungsdiagnostik, einen Trainerjob oder so was, würde er natürlich nicht nein sagen, meint er und schmunzelt. Aber erstmal möchte er auf jeden Fall sein Referendariat machen: „Ich habe meinen Schwerpunkt ganz klar aufs Studium gelegt. Als Langläufer davon zu leben, ist ganz schön hart.“

Andis Ziel ist es trotzdem, seinen Sport nebenher so professionell wie möglich zu betreiben. Auch wenn das ohne Kaderstatus ziemlich kostspielig ist. Die Fahrten zu den Wettkämpfen, die Hotelübernachtungen, die Startgebühren: das alles muss er aus eigener Tasche zahlen. Sein Nebenjob als HiWi am Sportzentrum reicht dafür lange nicht: „Ohne die Unterstützung meiner Eltern und meines Privatvereins könnte ich das so nicht machen. Verdient ist mit den Wettkämpfen jedenfalls nichts“.

Olympisches Flair

Sport und Studium unter einen Hut zu bekommen, sei manchmal schon ganz schön stressig. Einen Tag vor der Abfahrt zur Universiade 2015 musste Andi noch zum Handballexamen antreten. Dafür kann er einen Teil seines Trainings an der Uni erledigen, etwa im neuen Fitnessstudio des Sportzentrums. Außerdem liegt die Uni gleich am Inn. Den Radweg dort nutzt er in Freistunden zum Skirollern – wenn kein Schnee liegt. In den Wochen vor der Universiade 2015 ist das Wetter zum Langlaufen viel zu mild! Andi hätte sich vor dem Wettkampf dringend ein paar Schneekilometer mehr gewünscht. Dass er trotz suboptimaler Trainingsbedingungen für Langläufer seiner Heimat treu bleibt, schätzt einer seiner Dozenten an der Uni sehr – und versucht ihn so gut wie möglich zu unterstützen: Wenn ein Wettkampf ansteht, würde er Andi zuliebe schon mal einen Klausurtermin verschieben.


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