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Uni-Wettbewerb Gute Noten für Exzellenzinitiative

Der Wettbewerb unter den deutschen Unis hat funktioniert. Die vor zehn Jahren gestartete Exzellenzinitiative habe ihr wichtigstes Ziel erreicht, mehr Schwung in das deutsche Universitätssystem zu bringen, sagen Experten. Sie empfehlen, den Wettbewerb fortzusetzen. Jetzt ist die Politik am Zug.

Von: Jeanne Rubner

Stand: 29.01.2016

Humboldt-Universität Berlin | Bild: picture-alliance/dpa

Mindestens 500 Millionen Euro im Jahr sollen weiterhin in eine neue Runde der Exzellenzinitiative fließen, empfiehlt eine internationale Kommission unter der Leitung des Schweizer Wissenschaftsmanagers Dieter Imboden. Die Fachleute haben am Freitag in Berlin ein Gutachten vorgelegt. Allerdings soll es zukünftig nur noch zwei Fördertöpfe geben. Seit 2006 haben Bund und Länder insgesamt 4,6 Milliarden für die Exzellenzinitiative spendiert. Die Mittel gab es für erfolgreiche Zukunftskonzepte, für Forschungscluster und für Graduiertenschulen.

Begehrter Titel

Die Hochschulen, die in allen drei Kategorien erfolgreich waren, konnten sich mit dem Titel „Exzellenz-Uni“ schmücken. Nun empfiehlt die Kommission, dass die Graduiertenschulen nicht mehr gefördert werden. Hintergrund ist, dass inzwischen sehr viele Doktoranden ausgebildet werden, für die es aber nicht ausreichend Stellen an den Hochschulen gibt.

15 Millionen Euro Exzellenz-Prämie    

In Zukunft soll es daher Geld nur für „Exzellenzcluster“, also Forschungsverbünde, geben sowie eine "Exzellenzprämie" von jährlich 15 Millionen Euro. Sie soll die „Zukunftskonzepte“ ersetzen und ab 2018 für einen Zeitraum von sieben bis acht Jahren an die jeweils zehn besten Universitäten vergeben werden. Wie die Hochschulen das Geld verwenden, dürfen sie selbst entscheiden.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte, vielfach hätten sich Universitäten strategisch neu aufgestellt und ihre Profile geschärft. „Das Ziel, die Spitzenforschung an Universitäten und im internationalen Wettbewerb zu stärken, ist und bleibt richtig“, sagte Wanka.

Die Zeit drängt

2017 endet die aktuelle Runde der Exzellenzinitiative. Dass der Wettbewerb fortgesetzt wird, darauf haben sich Bund und Länder bereits geeinigt. Dafür hat der Bund vier Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Allerdings gibt es seit Monaten Streit über die Details. Während die unionsregierten Länder darauf drängen, nur wenige Elite-Unis auszusuchen und vor allem auf wissenschaftliche Exzellenz setzen, will die SPD den Wettbewerb ausdehnen und mehr Hochschulen zum Zuge kommen lassen.

Vereinbarung im April

In der Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) am 22. April solle eine neue Bund-Länder-Vereinbarung in Nachfolge der Exzellenzinitiative beschlossen werden, heißt es aus dem Bundesforschungsministerium. Im Juni solle sie dann den Regierungschefs zur Entscheidung vorliegen.


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