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Abschiedsblues und Sinnsuche Studium zu Ende: Was nun?

Zehntausende Studenten machen jedes Semester ihren Uni-Abschluss. Und dann ist er plötzlich da: der letzte Uni-Tag. Was für den einen ein Grund zur Freude, ist für den anderen mit Wehmut verbunden: Kommilitonen, Hörsaal, Studentenleben. Von all dem heißt es Abschied nehmen. Campus Magazin geht den Weg mit.

Von: Thomas Palzer

Stand: 14.07.2017

Jannik Winckler hat sieben Jahre in das Studium der Medizin investiert. Nun ist er 30 und mit dem Studium fertig.

Ein Jahr des Abschieds

Sein komplettes letztes Studienjahr war ein Jahr des Abschieds. Erst trennt sich seine Freundin von ihm, dann gibt es in seiner Familie einen schweren Krankheitsfall. Und das alles, während er sich auf seine schriftliche Prüfung vorbereiten muss.

Sport und Theater als Rettungsanker

Regelmäßiger Sport hilft ihm, die Balance zwischen Körper und Geist zu wahren. Außerdem engagiert er sich in einer Theatergruppe, die von Kommilitonen gebildet und seit vielen Semestern am Leben erhalten wird. Hier wird sein kreatives Potential gefordert, was bei den vielen Multiple Choice-Fragen im Studium unter die Räder kommt.

Dank Praktikum zu mehr Gemeinschaftlichkeit

Ein Praktikum bei der Dynamischen Psychiatrischen Klinik Menterschwaige zeigt ihm eine Möglichkeit, das hierarchische Verhältnis zwischen Arzt und Patient durch ein Verhältnis zu ersetzen, das auf Gemeinschaftlichkeit setzt.

Über den Jakobsweg zum Sinn

Doch nachdem Jannik die letzte Prüfung bestanden hat, fällt er in ein großes Loch. Er beschließt, nach Portugal zu reisen und für zwei Wochen den Jakobsweg zu folgen. Das soll ihm zu sich und seinem Studium den nötigen Abstand verschaffen und helfen, sich für die Zukunft zu orientieren.

"Abseits von der Universität wirklich das machen zu können, was man mag. Und auch die Energie dafür zu haben. Das wird das sein, was ich am meisten vermisse."

(Jannik Winckler)


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