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In die Zukunft mit Schulden Studienfinanzierung mit Kredit

Die monatlichen Kosten von Studierenden für Wohnungsmiete, Semesterticket, Semesterbeitrag und Lebenshaltungskosten summieren sich schnell auf mehrere Hundert Euro. In den vier bis fünf Jahren, die ein Student bis zum Master-Abschluss braucht, kommen je nach Region und Fachrichtung zwischen 34.000 bis 66.000 Euro an Ausgaben zusammen. Campus Magazin fragt nach: Wann lohnt sich ein Studienkredit und was ist dabei zu beachten?

Von: Anette Orth

Stand: 12.12.2016

Wenn BAföG, Nebenjob und elterliche Hilfe nicht ausreichen, greifen nach Angaben des Deutschen Studentenwerks etwa sechs  Prozent der Studierenden als letzte Möglichkeit zu einem Studienkredit, meist von der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Dieser Kredit ist sehr flexibel und wird deshalb in den meisten Fällen von den Studentenwerken empfohlen. Er steht sowohl BAföG Empfängern, als auch Studierenden, die kein BAföG erhalten, zur Verfügung.

Wer bekommt den Kredit?

Der KfW-Studienkredit wird Studierenden im Erst- oder Zweitstudium, im postgradualen Studium sowie Promovierenden gewährt, die bei Studienbeginn nicht älter als 44 Jahre sind. Der Kredit ist unabhängig von Studienfach oder Studienort in Deutschland, dem eigenen Einkommen oder dem Einkommen der Eltern.

 Wie viel Geld bekomme ich wie lange?

Zwischen 100 und 650 Euro monatlich bei einem grundständigen Erst-/Zweistudium bis zu 14 Semestern, bei manchen Studiengängen bis zu 6 Semestern. Den monatlichen Betrag kannst du zu jedem Semester neu festlegen, je nachdem, ob du mehr oder weniger Geld aufnehmen musst oder willst. Der Zinssatz ist variabel und wird halbjährlich jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober angepasst. Er liegt derzeit bei etwa 4 Prozent.

 Wann beginnt die Rückzahlung?

Frühestens 6 Monate und spätestens 18 Monate nach der letzten Auszahlung in monatlichen Raten von mindestens 20 Euro. Bereits während des Studiums kannst du mit der Rückzahlung beginnen, wenn du, zum Beispiel, unverhofft zu einem Geldsegen kommst.

Welche Möglichkeit der Studienfinanzierung hast du noch?

In höheren Semestern, das heißt, nach bestandener Zwischenprüfung (oder Gleichwertigem) kannst du zum Bildungskredit vom Bundesverwaltungsamt wechseln. Dieser ist zeitlich begrenzt und besonders zinsgünstig. Zurzeit liegt der Zinssatz bei 0,8 Prozent.

Wer bekommt den Bildungskredit?

Studierende, die jünger als 36 Jahre sind und das zwölfte Studiensemester nicht überschritten haben. Er wird unabhängig vom eigenen Einkommen und dem Vermögen und Einkommen der Eltern gewährt. Es werden, wie beim Studienkredit der KfW, keine Sicherheiten verlangt.

 Wie viel Geld bekomme ich wie lange?

Den Bildungskredit bekommst du bis zu 24 Monate lang in Raten von je 100, 200 oder 300 Euro (insgesamt maximal 7200 Euro). Zur Finanzierung eines außergewöhnlichen Aufwandes kann ein Betrag von bis zu zwölf Monatsraten als Einmalzahlung im Voraus bezahlt werden. 

Wann beginnt die Rückzahlung?

Vier Jahre nach der Auszahlung der ersten Rate. Die monatliche Rückzahlung beträgt 120 Euro.

Weitere Informationen:

Bundesverwaltungsamt in Köln
Telefon: +49 22899 358 – 4492
bildungskredit@bva.bund.de

 

Studieren mit Kredit - für Denise Eßlinger eine Investition in die Zukunft

Denise Eßlinger kommt aus Bitburg in der Eifel. Für ihr Studium der Gesundheitswissenschaften zog sie im Sommer 2015 nach München; sie ist jetzt im 3. Semester an der Technischen Universität. Bereits seit dem 1. Semester ist sie auf monatlich 300 Euro Studienkredit angewiesen. Wenn sie ihr Studium mit dem Bachelor of Science abschließt, wird sie etwa 7000 Euro Schulden haben.

"Inzwischen habe ich 3300 € Schulden, am Ende des Studiums circa 7000 Euro. Das ist kein gutes Gefühl, zu wissen, dass ich so verschuldet ins Berufsleben einsteigen werde. Andererseits bin ich froh, dass ich diese Möglichkeit, Geld geliehen zu bekommen, habe."

Denise Eßlinger

Studienkredite in den USA

Für viele US-amerikanische Studierende sind Studienkredite eher der Regelfall als die Ausnahme. Das Studium ist deutlich teurer als in Deutschland.
2015 wurden an privaten Colleges im Schnitt 32 405 Dollar pro Jahr an Gebühren fällig.
Aber auch die  staatlichen Universitäten langen kräftig zu.

Je nachdem, ob US-Bürger im eigenen Bundesstaat oder in einem anderen studieren, liegen die jährlichen Kosten durchschnittlich bei 9410 oder 23 893 Dollar. Diese Summen kann kaum ein Student aus eigener Tasche aufbringen. Wer keine zahlungskräftigen Eltern hat, die bereit sind zu zahlen, nimmt deshalb einen Kredit auf.

 Und zum Schluss: das Studienabschlussdarlehen

Um bedürftigen Studierenden einen erfolgreichen Studienabschluss zu ermöglichen, bietet die Darlehenskasse der Bayerischen Studentenwerke e.V. ein Studienabschlussdarlehen. Zum Beispiel für die letzten zwei Semester eines Bachelors- oder Masterstudiengangs. Auch hier gilt: lass dich bei deinem Studentenwerk beraten!

 


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