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Studienfinanzierung Was die BAföG-Erhöhung für die Studierenden bedeutet

Essen, Miete, Klamotten, Bücher – Studieren kann ganz schön teuer sein. Nun werden in diesem Jahr die BAföG-Sätze angehoben, seit 2010 das erste Mal. Campus Magazin hat recherchiert, was die Reform den Studierenden bringt.

Von: Eva Limmer

Stand: 14.04.2016

Was sich ab dem Wintersemester 2016/17 ändert

Satte sieben Prozent mehr BAföG – das soll es ab kommendem Wintersemester geben. So wurde es in der letzten BAföG-Reform der Bundesregierung von 2014 beschlossen. Die Fördersätze steigen jetzt 2016 erstmals seit 2010 wieder.

Einige Änderungen im Überblick

Zudem dürfen Studenten ab Herbst 450 Euro – statt vorher nur 400 Euro – dazuverdienen, ohne dass dies Auswirkungen auf ihren BAföG-Anspruch hat. Ähnlich verhält es sich mit den gestiegenen Vermögensfreibeträgen. 7500 Euro darf man nun haben, ohne dass es bei der Berechnung der BAföG-Summe eine Rolle spielt.

BAföG – was ist das überhaupt?

BAföG heißt etwas sperrig eigentlich Bundesausbildungsförderungsgesetz. Es soll jedem Schüler und Studenten die Möglichkeit eröffnen, seine Wunschausbildung bzw. sein Wunschstudium zu absolvieren, unabhängig davon wie seine wirtschaftliche und finanzielle Situation ist. BAföG steht umgangssprachlich für die staatliche Förderung. Diese regelt, wer wie viel Geld in Anspruch nehmen kann. Als Unterstützung vom Staat setzt sich BAföG zu einer Hälfte aus einem Zuschuss zusammen, den man nicht zurückzahlen muss. Die andere Hälfte ist ein Darlehen, das man jedoch ohne Zinsen nach dem Studium zurückzahlt.

Und wer ist überhaupt BAföG-berechtigt?

Mehr Studierende sollen BAföG bekommen

Durch die geänderten Freibeträge sollen nun auch Studenten BAföG bekommen, deren Eltern zuvor „zu viel“ verdient haben, also ein Einkommen über der Fördergrenze hatten. Nach den Plänen von Bundesbildungsministerin Irina Wanka sollen dadurch 110 000 Studenten und Schüler zusätzlich die finanzielle Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen können. Derzeit bekommt jeder vierte Student in Deutschland BAföG.

Kritik an der Reform

Die Opposition, allen voran die Grünen, wollen jedoch nicht von einer wahren Verbesserung sprechen. Im Gegenteil: Statt einer einmaligen Erhöhung fordern sie regelmäßige jährliche Zuwächse - also eine dynamische Anpassung der BAföG-Sätze an gestiegene Löhne und Inflation. Das Studentenwerk Deutschland forderte schon 2013 eine BAföG-Erhöhung von mindestens zehn Prozent. Ohne eine schnelle Anpassung an die Lebensrealität drohe ein weiterer Rückgang der Förderzahlen.

Mehr Studenten und weniger BAföG-Anträge

Die Zahl der Studenten, die BAföG beziehen, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Und das obwohl derzeit soviele junge Menschen studieren, wie noch nie: nämlich knapp 2,8 Millionen. Der Rückgang der BAföG-Bezieher liegt vor allem daran, dass das Lohnniveau in Deutschland gestiegen ist, die BAföG-Sätze jedoch nicht angepasst wurden – und deshalb Studenten aus der Förderung fielen. Denn das Einkommen der Eltern, beispielsweise durch Tarifänderungen, ist oftmals gestiegen, was bei gleichen BAföG-Sätzen dazu führte, dass tausende Studenten ihren Förderungsanspruch verloren haben.

Wie man BAföG beantragt 

BAföG-Antrag

Dennoch kann es sich lohnen zum Wintersemester einen Antrag zu stellen. Für diejenigen, die schon BAföG beziehen kann ein Plus von bis zu hundert Euro rausspringen. Und auch diejenigen, die bisher nur knapp nicht gefördert werden konnten, kann jetzt ein BAföG-Anspruch bestehen.

Da gibt es Hilfe beim Antrag:

Grundsätzlich helfen die BAföG-Berater der Studentenwerke weiter. Hier findest du das für dich zuständige Studentenwerk.

Du kannst auch schon selbst versuchen, deinen BAföG-Betrag auszurechnen:

Buchtipps zum Thema BAföG gibt es hier:

Allgemeine Infos zum Thema BAföG gibt es hier:

Und einen kompletten Überblick gibt es hier:

In Bayern ist auch ein Online-Antrag möglich (bis spätestens August 2016 in allen Bundesländern):


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