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Studienfrust 40 Prozent aller Studienanfänger brechen ab

Die Zahl der Studierenden in Deutschland ist so hoch wie noch nie. Und trotzdem, die OECD mahnt die Bundesrepublik seine Akademikerquote zu erhöhen. Aber das geht auf Kosten vieler, die eigentlich gar nicht studieren wollen.

Von: Friederike Kühn

Stand: 11.03.2015

Ist die OECD schuld?

Seit Jahren mahnt die OECD die Bundesrepublik an, die Akademikerquote zu erhöhen. Deutschland liege im Vergleich zu anderen Industrienationen hinten. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit sei gefährdet. Die Bildungspolitiker haben gehandelt. Rund die Hälfte der Schulabgänger hat die Berechtigung zu einem Hochschulstudium und nutzen sie auch. Ob alle für ein Studium geeignet sind, bleibt dahin gestellt. Die Anzahl der Studienabbrecher steigt.

Träume zerplatzen

Oft sind es Träume und Visionen, die einen Abiturienten ein bestimmtes Studienfach wählen lassen. Doch diese Träume zerbrechen bald am Studienalltag. Besonders hoch sind die Abbrecherquoten in den Ingenieurwissenschaften, in den naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathematik.

Studienabbruchquote nach Fächern

Wenn man alle Abschlüsse an Fachhochschulen und Universitäten mit einbezieht, liegt die Abbrecherquote eher bei einem Viertel. Besonders in den Fächern mit Staatsexamen – Lehramt und Medizin – sind die Abbrecherquoten anhaltend niedrig.

Studienabbruchqoten nach Abschlussart

Die Gründe für den Studienabbruch sind vielfältig

Doch laut einer bundesweiten Befragung unter Exmatrikulierten 2008 gibt es vor allem drei Motive.

Leistungsprobleme

Über 30 Prozent der Studienabbrecher geben Leistungsprobleme als Grund für den Abbruch an. Davon können 20 Prozent den Stoff nicht bewältigen, fühlen sich dem Leistungsdruck nicht gewachsen und empfinden die Anforderungen als zu hoch. Viele schaffen nicht einmal den Einstieg ins Studium. 11 Prozent nennen explizit das Nichtbestehen von Prüfungen als entscheidenden Abbruchgrund.

Finanzielle Probleme

19 Prozent, also fast ein Fünftel der Studienabbrecher, scheitern an der Finanzierung. Dabei haben diese Studenten nicht nur Geldsorgen, sondern das Problem, eine ausgedehnte Erwerbstätigkeit mit dem Studium zu vereinbaren.

Motivationsprobleme

18 Prozent aller Abbrecher nennen mangelnde Motivation als Grund für den Abbruch. Sie identifizieren sich nicht mehr mit ihrem Studienfach und den sich daraus ergebenden beruflichen Möglichkeiten. Aus ihrer Sicht haben sich ihre Vorstellungen vom gewählten Studium nicht eingelöst. Sie haben sich mit falschen Erwartungen immatrikuliert.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Studienabbruch

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung DZHW erstellt Abschluss- und fachspezifische Abbrecherquoten und forscht nach Ursachen und Motiven.


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