ARD-alpha - Campus Magazin


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Wissenschaftsjahr 2015 Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?

Im Wissenschaftsjahr 2015 dreht sich alles rund um die Zukunftsstadt. Alle sollen helfen die Zukunft in den Städten lebenswerter zu gestalten. Wie werden wir in Zukunft in den Städten leben?

Von: Nicole Schwertner, Christine Memminger

Stand: 27.05.2015

City Science | Bild: Wissenschaft im Dialog

Zwei von drei Menschen wohnen in Deutschland in Städten. Hier leben und arbeiten sie, gehen einkaufen, treffen sich mit Freunden oder gehen ins Kino: Der ganze Lebensmittelpunkt spielt sich dort ab. Auch junge Leute zieht es immer mehr in größere Städte, um dort zu studieren.

"Städte sind Orte, wo ein intensiver Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgern möglich ist, Impulse und Ideen für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften gehen vor allem von den Städten aus."

Johanna Wanka, Bundesforschungsministerin

Wie werden die Städte der Zukunft aussehen?

Städteplaner sind vielen Herausforderungen ausgesetzt: Klimaanpassung, Energieversorgung, sichere Arbeit und vor allem bezahlbaren Wohnraum schaffen. Im Wissenschaftsjahr dreht sich deshalb alles um die Themen Energie, Klima und Ressourcen, Selbstversorgung in Stadt und Land, Mobilität und Infrastruktur und das Zusammenleben in der Stadt.

Hack your City

Jugendliche Teilnehmer am Berliner "Hack your City"-Projekt

So heißt eines der Projekte im Rahmen des Wissenschaftsjahres. Im Projekt “Hack your City” sollen Wissenschaftler, Stadtentwickler, Architekten und vor allem auch Bürger gemeinsam in ihren Städten mit anpacken. Wie viel Land braucht die Stadt? Wie bewegen und ernähren wir uns in zehn Jahren? Für diese Fragen werden innovative Ideen als sogenannte “Hacks” entwickelt. Ziel: Das Leben in der Stadt zu verbessern. In Berlin wurde zum Beispiel ein mobiler Sensor zur Feinstaubmessung in der Stadt entwickelt, sowie ein Stadtplan, auf dem die Bürger ihre Wünsche eintragen können.

Das Wissenschaftsjahr ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Wissenschaftler und Bürger sollen miteinander ins Gespräch kommen.

Städteplaner gestalten das studentische Wohnen der Zukunft

Oliver Heiss ist Architekt und Stadtplaner

Der Architekt Oliver Heiss forscht über moderne Wohnformen und darüber, wie viel Platz ein Mensch mindestens zum Wohnen braucht. Dazu untersucht er Slums und Studentenwohnungen.

Campus Magazin: Was sind die Zukunftstrends für studentisches Wohnen?

"Formen und Projekte, wo unterschiedliche Menschen miteinander wohnen. Man sollte sich nicht auf seinen Kokon beschränken und die Außenwelt ausblenden. Das wäre falsch. Wichtig ist eine gelebte Gemeinschaft und ein Austausch untereinander, sei es mit Senioren oder ehemals Obdachlosen."

Oliver Heiss, Architekt

Campus Magazin: Was sind die Vorteile einer solchen Gemeinschaft?

"Vorteil einer solchen Mischung ist es, dass man sich gegenseitig befruchten kann. Ich hoffe, dass es in Zukunft mehr von diesen Projekten geben wird. Da können wir viel von den skandinavischen Ländern abschauen. Dort werden ganze Geschosse als Gemeinschaftsräume zur Verfügung gestellt, um das Von- und Miteinander zu ermöglichen."

Oliver Heiss, Architekt

Campus Magazin: Sind es also die sozialen Projekte, die in Zukunft mehr kommen?

"Unbedingt. Architektur hilft dabei, dass sich die Gesellschaft vereinbart. Das kann durch ein neues Wohnkonzept geschehen. Im Grunde genommen ist es immer eine soziale Frage: Wie leben wir? Wie wollen wir leben? Und: Für welche Wohnformen entscheiden wir uns schließlich? Trotzdem sollte es funktional sein, aber man darf den Aspekt nicht außer Acht lassen, dass gemeinschaftliche Räume vorhanden sind, die zum Austausch anregen."

Oliver Heiss, Architekt


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