ARD-alpha - Campus Magazin


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Startups Wenn Studenten Unternehmer werden

An der Uni kann eine gute Idee schnell in der Schublade verstauben. Die wenigsten Forscher wissen, wie man eine Idee zu Geld macht. Deshalb unterstützen viele Unis die Wissenschaftler beim Gründen von Unternehmen. Mit Erfolg.

Von: Susanne Bauer-Schramm

Stand: 10.01.2017

Sie übersehen das unternehmerische Potential ihrer Idee oder es fehlt schlicht am Know-How für den Businessplan: Für Wissenschaftler ist die Marktwirtschaft oft unbekanntes Terrain: Was ist High Venture Capital, wie finanziere ich mich und was ist überhaupt die geeignete Rechtsform für mein Unternehmen? Besonders im Dschungel der Finanzierungsmöglichkeiten können Einsteiger schnell den Kopf verlieren: Wettbewerbe, Crowd-Funding, ein Investor, oder doch das Bundes-Förderprogramm Exist, mit dem Ausgründungen aus der Wissenschaft gefördert werden? Um die passende Strategie zu finden, bieten viele Universitäten ihren Forschern spezielle Informationsangebote mit Gründer-Seminaren, Netzwerktreffen oder einer Entrepreneuers' Night. Manche Unis stellen wissenschaftlichen Mitarbeitern nach der Promotion sogar günstige Räume für die erste Phase der Selbstständigkeit zur Verfügung.

Gründermetropolen Berlin und München

Doch wo tummeln sich die erfolgreichen Gründer? Welche Unis sind Deutschlands Startup-Schmieden? Echte repräsentative Auswertungen gibt es zwar nicht. Eine Auswertung der Internet-Plattform „gründerszene.de“ hat aber ergeben: Bei den staatlichen Unis lag die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität vorne, gefolgt von der Freien Universität Berlin.

Schluss mit den Klischees

Fast alle Universitäten haben mittlerweile Einrichtungen zur Förderung von Startups. Zudem forschen und lehren Wissenschaftler an rund 100 Gründerlehrstühlen zu diesem Thema. Erste Untersuchungen über die deutschen Startups haben ergeben, dass das Klischee eines Startup-Unternehmers – Mitte zwanzig, im Studium – nur teilweise richtig ist. Tatsächlich liegt das Durchschnittsalter von Startup-Gründern in Deutschland bei 34,9 Jahren. 81 Prozent der Befragten sind mit dem Studium bereits fertig. Was stimmt: Die meisten Gründer sind männlich. Nur elf Prozent der Startups wurden von Frauen gegründet.

Finanzierung weiterhin Privatsache

Wer ein Unternehmen gründet braucht Geld, und wer das benötigte Kapital nicht hat, muss sich welches besorgen. Zwar können Universitäten bei der Suche nach Finanziers helfen, das Geld muss aber immer noch von außen kommen. Prinzipiell gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Eigenkapital oder Fremdkapital. Letzteres wäre zum Beispiel ein Kredit, den man nach einer bestimmten Zeit mit Zinsen wieder zurück zahlt. Von einer Eigenkapital-finanzierten Unternehmensgründung spricht man dagegen, wenn ein Investor dem Startup Geld zur Verfügung stellt, dafür aber auch an Gewinnen (und Verlusten) beteiligt wird. Die dritte, angenehmste aber auch seltenste Finanzierung ist ein Gründerstipendium, zum Beispiel das Programm "Exist" der Bundesregierung. Studierende, Absolventen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, bekommen hier finanzielle Unterstützung, wenn sie ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen möchten.


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