ARD-alpha - Campus Magazin


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Aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks Studieren in Deutschland wird immer teurer!

Gefühlt wird das studentische Leben immer teurer - das Bier in der Lieblingskneipe, der Döner nebenan und die Miet- und Lebenshaltungskosten sowieso. Aber stimmt das überhaupt? Oder können die Studierenden heutzutage einfach nicht mehr so gut mit ihrem Geld haushalten? 

Von: Maximilian Böttcher

Stand: 28.06.2017

Die Ergebnisse, der gerade erschienenen 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes zeigen ganz klar: Ja es stimmt! Studieren in Deutschland wird einfach immer teurer!

Im Zuge der Erhebung wurden Daten von über 60.000 Studierenden gesammelt und ausgewertet. Dabei ging es vor allem um die Frage wofür der*die durchschnittliche Student*in wie viel Geld benötigt. In die Studie flossen nicht nur Fakultät und Wohnort der Studierenden, sondern unter anderem auch Sozio-demographische Merkmale, wie der berufliche Abschluss der Eltern oder der Familienstand, mit ein.

 Studierende brauchen immer mehr Geld

Die 21. Sozialerhebung lässt einen starken Negativtrend erkennen. Hauptaussage ist: Immer mehr Studierende benötigen einen Nebenjob und/oder höhere Zuwendungen ihrer Familien, um sich das Studium zu finanzieren. Allein in den letzten vier Jahren stieg der Anteil der Studierenden mit Nebenjob von 62 auf 68 Prozent. Die finanziellen Zuwendungen der Eltern lagen 2016 im Durchschnitt bei 541 Euro im Monat, wobei jeder fünfte deutsche Studierende noch bei seinen Eltern oder Familienangehörigen lebt.

 Für die stärkere finanzielle Belastung der gut 2,8 Millionen in Deutschland lebenden Studenten sind laut dem Deutschen Studentenwerk (DSW) vor allem die steigenden Mietkosten und die unzureichende staatliche Unterstützung durch das BAföG verantwortlich. Der Präsident des DSW, Dieter Timmermann, kritisiert gerade diesen Punkt und sieht "dringenden Handlungsbedarf". Nach Stand von 2016 bekommen nur 18 Prozent der Studierenden finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Das ist die niedrigste Quote seit den 1990er Jahren.

 Wer ist Schuld? der Staat oder die Studierenden?

Das Bundesbildungsministerium reagierte auf die Kritik verhalten und betonte, dass die Sozialerhebung noch nicht die positiven Auswirkungen der BAföG Erhöhungen im Herbst 2016 widerspiegeln. Der BAföG Höchstsatz liegt derzeit bei 735 Euro, während die aktuelle Sozialerhebung zeigt, dass die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten Studierender bei gut 1000 Euro um Monat liegen.

Ein schlechtes Gewissen weil das Konto am Ende des Monats wieder einmal vor gähnender Leere nur so strotzt , muss man also nicht unbedingt haben. Im Zweifelsfall ist nicht nur das regelmäßige Feiern in der Kneipe oder die letzte Shoppingtour Schuld an der finanziellen Misere. Der Staat gibt offenbar zu wenig Geld an die Studis. So bleibt für immer mehr von ihnen nur eine Lösung: ein Job. Der aber bindet Zeit und Energie, die am Ende beim Studium fehlen.

Die Studie:

Neben dem finanziellen Aspekt des Studiums beschäftigt sich die Studie mit einer Vielzahl anderer Themen rund ums Studium. Unter anderem mit der Wohnsituation von Studierenden, ihrer Ernährung in den Mensen und Cafeterien der Hochschulen, studentischer Erwerbstätigkeit und mit Studierenden mit Migrationshintergrund. Die ganze Studie (auch als Zusammenfassung) gibt es hier:

Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten auf einen Blick

  • Studienabschlussdarlehen: Bedürftige Studierende, die die Höchstförderdauer für BAföG-Leistungen überschritten haben, können in der Abschlussphase des Studiums beim zuständigen Studentenwerk ein Darlehen beantragen. Sie wenden sich an das zuständige Studentenwerk und die dortige Darlehenskasse.
  • Studienkredite: sind eine Alternative für diejenigen, die weder BAföG bekommen noch von den Eltern ausreichend unterstützt werden oder arbeiten können. Banken bieten unterschiedliche Arten von Studienkrediten an, je nachdem in welcher Phase des Studiums man sich befindet.
  • Private Bildungsfonds: Anders als bei Studienkrediten kann die Höhe der Rückzahlungen flexibel gestaltet werden. Die Höhe der Rückzahlungen richtet sich nach dem Einkommen nach dem Studium.
  • Förderung und Stipendien: Stipendien gibt es viele. Entgegen der verbreiteten Meinung, muss man nicht nur Bestnoten haben. Viele Stipendiengeber legen Wert darauf, dass sich "ihre" Stipendiaten neben dem Studium auch aktiv in die Gesellschaft einbringen. Sie legen Wert auf ehrenamtliches Engagement und Persönlichkeit.


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