ARD-alpha - Campus Magazin


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Vom Journalismus zum eigenen Label Man muss nur Mut zum Umdenken haben

Nach ihrem Publizistikstudium arbeitete Gesa Götting erfolgreich als Redakteurin und Autorin. Bis zu dem Tag, als sie dachte: Es reicht. Seitdem macht sie etwas vollkommen anderes. Bereut hat sie diesen Schritt nie - im Gegenteil.

Von: Sonja Vodicka

Stand: 18.01.2016

Es war ein Zufall, der Gesa Götting dabei half, ihr Hobby zum Beruf zu machen: Für die Auflage einer Wickelkommode suchte die junge Mutter einen außergewöhnlichen Stoff. Fündig wurde sie in Japan. Allerdings musste sie gleich 500 Meter bestellen. Was also tun mit den Unmengen an zusätzlichem Stoff? Sie machte aus der Not eine Tugend und nähte mit Unterstützung ihrer Familie jede Menge individuelle Kindersachen. Das war der Startschuss zu ihrer neuen Karriere.

Seit einigen Jahren entwirft und näht Gesa personalisierte Accessoires und Kinderkleider. Mit ihrem Münchner Laden RolyPoly hat sie sich voll und ganz dem "lovely handmade stuff" verschrieben. Aus bunten Stoffen fertigt sie individualisierbare Kissen, Taschen, Kinderkleider und Accessoires. Und das ohne jegliche Erfahrung oder Lehre als Schneiderin oder Designerin.

Mehr als nur ein Laden

Eigentlich ist Gesa ausgebildete Journalistin. Doch irgendwann merkte sie, dass sich Familie und Beruf nur schwer vereinbaren lassen. Der Neuanfang als selbständige Unternehmerin war gewagt, zahlte sich aber aus. Ihre neue Karriere erfüllt sie und gibt ihr all die Freiheiten, die sie zuvor vermisst hatte.

Das Geheimnis ihres Erfolgs dürfte auch im Konzept ihres Unternehmens liegen. Denn Gesa und ihre zehn Mitarbeiterinnen - bestehend aus Modedesignern, Schneiderinnen und Grafikerinnen - produzieren hier nicht nur ihre eigenen Kollektionen. Sie geben ihr Wissen in Näh- und Modedesignkursen weiter und liegen damit voll im DIY-Trend.

Mit ihren Labels 'Roly Poly' und 'Die Weiberei' hat sich Gesa deutschlandweit einen Namen gemacht. Über 100 Läden beliefert sie, verteilt sind sie von Flensburg bis Garmisch. Der Erfolg gibt ihr also recht. Und auch ihre Philosophie, an der sie immer festgehalten hat:

"Das Wichtigste ist, seinen Neigungen zu folgen. Denn nicht immer ist es das Studium, das einen zum persönlichen Erfolg führt. Man muss nur Mut zum Umdenken haben!"

(Gesa Götting)

Selbst durchstarten: Darauf kommt’s an

Am Anfang steht natürlich die Idee. Egal was du machst: Du solltest auf jeden Fall durchdenken, wen du mit deiner Idee erreichen möchtest, was das Alleinstellungsmerkmal ist, aber auch warum du das machen möchtest. Also stelle einen Plan auf. Das muss nicht gleich ein kompletter Businessplan sein. Aber planlos starten sollte man sie.

Wer sich selbständig macht, braucht Mut. Den und jede Menge Durchsetzungsvermögen solltest du definitiv als Startkapital mitbringen. Sonst wird’s nichts.

Apropos Startkapital:  Auch die Finanzen sollten im Vorfeld geklärt werden. Manchmal, wie bei Gesa und ihrem Label RolyPoly, helfen Verwandte bei der Unternehmensgründung. Wenn’s etwas größer ausfallen soll, müssen klassische Investoren her. Dann steht der Gang zur Bank an. Allerdings braucht’s dann auch einen richtigen Businessplan.

Steht die Finanzierung, muss das Team aufgestellt werden. Denn niemand kann alles alleine machen. Ok, vielleicht am Anfang. Aber spätestens wenn das Unternehmen Erfolg hat und wächst, müssen Mitarbeiter für die unterschiedlichsten Bereiche her. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Werte übereinstimmen. Sonst kracht’s irgendwann.

Auch wichtig: Besuche Startup-Veranstaltungen und vernetze dich mit Leuten, die schon ihr eigenes Ding durchgezogen haben. Denn die haben Erfahrungen und wahrscheinlich auch Fehler gemacht. Und aus denen kann man bekanntlich lernen.

Noch mehr Infos gibt's hier:

Tipps und Tricks für Unternehmer [youstartup.de]
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Die fünf größten Steuerfallen für Gründer [webmasterpro.de]


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