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Tutorial How to: Praktikum

Raus aus dem Hörsal - rein in die Praxis. Fast jeder Student will im Lauf seines Studiums Praxiserfahrungen sammeln. Aber wie geht man die Suche an, was erwartet einen im Praktikum und welche Bezahlung ist üblich?

Von: Christoph Wittmann

Stand: 27.02.2017

Situation auf dem Praktikumsmarkt

Im Allgemeinen sieht die Situation für Studenten sehr gut aus. Das Angebot an Praktikumsstellen ist größer als die Nachfrage. Auch hier schlägt sich der Fachkräftemangel nieder. Gerade in den Ballungszentren und größeren Städten führt das dazu, dass Studenten in der Regel zwischen verschiedenen Praktika auswählen können, ohne Angst haben zu müssen, am Ende ohne dazustehen. Doch je nach Branche gibt es Unterschiede. Während gerade in Ingenieursberufen händeringend nach Praktikanten gesucht wird, müssen sich die Generalisten, etwa Wirtschafts- und Geisteswissenschaftler, stärker reinhängen, um in ihrem Wunschbetrieb zu landen.

Schritt 1: Die Recherche

Das Internet ist mittlerweile die erste und richtige Anlaufstation, wenn es darum geht, sich zu orientieren. Die zahlreichen Job- und Praktikumsbörsen können durchaus helfen, den Markt zu sondieren und sich einen Überblick zu verschaffen.

Gleichzeitig verwirrt das Überangebot leicht, die verklausulierten Stellenausschreibungen können schnell verunsichern. Darum empfiehlt es sich schon in diesem Stadium, Hilfe beim career center der entsprechenden Universität in Anspruch zu nehmen. Dort helfen sie bei der ersten Vorauswahl, beraten, was in der entsprechenden Studienphase zu beachten ist und haben meist Kontakte zu Firmen und Unternehmen aus der Region.

Schritt 2: Die Selbstfindung

Experten raten, sich nicht reflexartig auf die immer gleichen Praktikumsstellen bei großen Unternehmen zu stürzen, sondern sich sehr individuell Gedanken zu machen: Was sind die eigenen Wünsche, Ziele und was soll mir das Praktikum bringen? Geht es um Orientierung oder den konkreten Berufseinstieg? Wie möchte ich arbeiten? Was möchte ich lernen? Wo liegen meine Stärken?

Schritt 3: Die Auswahl

Beim Zusammenstellen der individuellen Top 5 spielen dann unterschiedliche Kriterien eine Rolle. Den Studenten besonders wichtig sind Arbeitsatmosphäre, Betreuung und Lernerfolg. Weniger entscheidend, ist die Bezahlung.

Gerade bei der Auswahl möglicher Arbeitgeber empfiehlt sich ein intensiver Erfahrungsaustausch mit Mitstudenten, älteren Kommilitonen oder den institutionalisierten Erfahrungsberichten im jeweiligen Fachbereich oder der Studentenberatung. Aber auch wenn die Zufriedenheit der Praktikanten statistisch gestiegen ist, und sich langsam ein Abschied andeutet von dem, was einst als "Generation Praktikum" verschrien war, sind Experten zufolge immer noch sehr viele "schlechte" Praktika auf dem Markt – also solche, bei denen weder Bezahlung, noch Betreuung noch Lernerfolge stimmen.

Schritt 4: Die Bewerbung und Präsentation

Spätestens hier empfiehlt sich der Gang zur Studienberatung. Mittlerweile bietet beinahe jede Universität professionelle Hilfe in Form eines "career service" an. Dort kann man sich in den allermeisten Fällen über die Bewerbungsmodalitäten (Auswahlverfahren etc.) informieren und seine Bewerbungsunterlagen checken lassen: auf Formfehler, sprachliche Details, auf die richtige Ansprache im Anschreiben und die richtigen Schwerpunkte im Lebenslauf.

Je geringer Spezialisierung und Eignung für die konkrete Stellenausschreibung sind, desto wichtiger ist es, den Arbeitgeber durch Soft Skills und persönliches Engagement für sich zu interessieren. Außerdem kann man in den meisten career centern auch ein Bewerbungsgespräch simulieren und üben, wie man sich beim Arbeitgeber am besten präsentiert. Achtung: Viele Firmen nutzen aufgrund zeitlicher und räumlicher "Bequemlichkeit" immer häufiger neuere Formen des "Kennenlernens" wie Skype-Gespräche oder Telefoninterviews, auf die es sich einzustellen gilt.


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