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Wege ins Ausland Gekauftes Praktikum

Ein Praktikum im Ausland hübscht jeden Lebenslauf auf. Agenturen helfen dabei, einen Platz zu vermitteln. Aber ist es sinnvoll, über kommerzielle Anbieter ein Auslandspraktikum zu ergattern?

Von: Beate Brehm

Stand: 13.10.2014

Palmenstrand auf den Malediven | Bild: picture-alliance/dpa

Wer ein Praktikum im Ausland macht, sammelt nicht nur Berufserfahrung. Er wird sich auch interkulturelle Kompetenzen aneignen, ein fremdes Land kennenlernen, vielleicht einen Sprachkurs machen. Außerdem macht sich ein Auslandsaufenthalt gut im Lebenslauf und zeigt, dass man offen, flexibel, engagiert ist und international tickt.

Sechs Monate Vorlauf

Studenten, die ihr Praktikum auf eigene Faust organisieren, sollten frühzeitig mit der Planung beginnen. Experten raten zu mindestens sechs Monaten Vorlauf.

Aber ein Praktikum im Ausland erfordert zusätzliche Organisation: die Unterkunft, etwa in einer Gastfamilie, Betreuung im Betrieb oder versicherungstechnische Fragen. Sich um all das selbst zu kümmern kostet zwar viel Zeit und Nerven, jedoch kann man bei der Organisation auch einiges dazulernen.

Finanzierung und Visum klären

Besonders wichtig ist es, die Finanzierung frühzeitig zu klären: Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet zum Beispiel Stipendien an. Auch das ASA-Programm vergibt dreimonatige Stipendien und organisiert und finanziert sechsmonatige Austauschprojekte. Am bekanntesten ist das Europäische Programm ERASMUS, das allerdings nur eine kleine Finanzspritze bietet.

Europäische Länder am beliebtesten

Laut einer Studie der Uni Münster wählen 66,5 Prozent der Studierenden europäische Länder für ihr Auslandspraktikum. Die wichtigsten Zielländer sind Großbritannien und Frankreich. Die zweitwichtigste Zielregion für Auslandspraktika ist der Studie zufolge Nordamerika mit 21,4 Prozent der Studierenden.

Wer außerhalb Europas unterwegs ist, braucht außerdem ein Visum: Darum sollte man sich ebanfalls frühzeitig kümmern. Und auch wenn man nicht daran denken mag: Selbst im Auslandspraktkum kann es passieren, dass man zum Arzt muss. deshalb unbedingt eine entsprechende Auslandskrankenversicherung abschließen!

Weil viele Studenten für stundenlange Recherchen nach Visa-Bedingungen, Wohnmöglichkeiten und Sprachkursen aber keine Zeit haben, gibt es inzwischen zahlreiche Organisationen und Praktikumsprogramme, die betreute Praktika im Ausland anbieten. Im Regelfall fallen für die Betreuung durch Organisationen Kosten an, die schnell einen vierstelligen Bereich erreichen.

Und es geht noch teurer: Bei manchen Firmen, zum Beispiel bei Versace in den USA oder englischen Investment-Banken, muss der Praktikant sogar Geld bezahlen, um ein Praktikum zu machen. Die Unternehmen begründen diese Praxis oft damit, dass sie das Geld einem wohltätigen Zweck spenden. Nicht ganz so gut betuchte Studenten sind bei solchen Stellenausschreibungen natürlich trotzdem außen vor.


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