ARD-alpha - Campus Magazin


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Praktikum Das liebe Geld und andere Unannehmlichkeiten

Ein Praktikum ist zum Ausprobieren und Lernen da. Aber spätestens, wenn man richtig mit anpackt stellt sich doch die Frage nach dem Geld. Wie viel ist üblich, und muss man als Student eine Steuererklärung machen?

Von: Beate Brehm

Stand: 10.11.2014

Spielfigur sitzt auf Geldstapel | Bild: picture-alliance/dpa

Bekommen Praktikanten Mindestlohn?

Ob und in welcher Höhe ein Praktikant für seine Arbeit bezahlt wird, hängt zunächst von der Art des Praktikums ab. Für Schnupperpraktika unter sechs Wochen und Praktika im Rahmen des Studiums gilt der Mindestlohn nicht. In allen anderen Fällen gilt auch für Studenten ab 2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde.

Harte Zahlen - Wer bekommt wie viel?

Wie finde ich ein gut bezahltes Praktikum?

Die Bezahlung ist nicht nur abhängig vom Unternehmen, sondern auch von Studienfach, Abschluss, Wohnort und – leider immer noch – vom Geschlecht. Männliche Praktikanten verdienen im Schnitt mehr als weibliche, Am meisten verdienen Praktikanten im Schnitt bei Beratungsfirmen, am schlechtesten zahlt der öffentliche Dienst.  Weil die Studienentscheidung aber schon gefallen und das Geschlecht schwer veränderbar ist, lohnt es sich vielleicht, das richtige Bundesland zu wählen.

Muss ich Steuern zahlen?

Auf das Praktikumsgehalt muss man - genau wie auf alle anderen Einkünfte - Steuern zahlen. Am ersten Tag nennt man dem Arbeitgeber seine Steuer-Identifikationsnummer und sein Geburtsdatum. Damit führt er die Lohnsteuer an das Finanzamt ab. Solange man im Jahr aber nicht mehr als 8.130 Euro (Grundfreibetrag 2013) verdient, ist man von der Einkommenssteuer befreit. Man kann sich die gezahlten Lohnsteuern nach Jahresende vom Finanzamt zurückerstatten lassen.

Was gibt's wo und für wen?

Sozialversicherung – was ist das?

In Deutschland sind Praktikanten sozialversicherungsfrei, wenn sie ein Pflichtpraktikum gemäß ihrer Studienordnung machen und an einer Hochschule eingeschrieben sind. Wer bei einem Praktikum außerhalb seiner Prüfungsordnung oder nach seinem Studium mehr als 450 Euro im Monat verdient, ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Das heißt, dass monatlich ein Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung und ein Beitrag zur Rentenversicherung fällig sind. Sie werden vom Arbeitgeber und vom Praktikanten getragen und direkt vom Lohn abgeführt.


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