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Traumjob Pianist Steiniger Weg mit Aussicht

Den ganz großen Durchbruch schaffen - davon träumen viele junge Musiker. So auch Jun – ein Pianist mit Ausnahmetalent. Schafft er es? Campus Magazin hat ihn zu einem Wettbewerb begleitet.

Von: Laura Goudkamp

Stand: 25.04.2017

Schon seit er 14 Jahre alt ist, studiert und spielt Hyeonjun Jo, von seinen Freunden liebevoll Jun genannt, am Mozarteum. Die Salzburger Musikhochschule hat schon berühmte Namen hervorgebracht, Herbert von Karajan etwa oder Udo Jürgens. Jun muss sich allerdings erst mal einen Namen machen – zum Beispiel indem er Klavierwettbewerbe gewinnt.

Im Zeichen von Wolfgang Amadeus Mozart

Universität Mozarteum Salzburg

Am Mozarteum wird der Grundstein für eine Musikerkarriere gelegt. Die Hochschule lässt die Herzen von jungen Musikern und Kreativen höher schlagen. 40 verschiedene künstlerische Studienrichtungen aus den Bereichen Musik, Darstellende und Bildende Kunst bietet das Mozarteum an. Rund 1.600 junge Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt studieren bei international bekannten Künstlern und Pädagogen.
Doch nur die Talentiertesten schaffen es hierher, die Aufnahmeprüfung ist ganz schön hart.

15 Minuten Spielzeit – danach fällt die Entscheidung.

Jun, begnadeter Pianist. Er hat es schon mit 14 Jahren ins Mozarteum geschafft.

Für junge Pianisten bietet das Mozarteum einen Bachelor- und einen Masterstudiengang. Schon für den Bachelor muss man vier anspruchsvolle Werke, etwa eine Etude, ein Werk von Johann Sebastian Bach, eine Sonate und ein Werk aus der Romantik oder der Modernen, perfekt beherrschen. Eine Kommission, bestehend aus renommierten Pianisten, wählt Ausschnitte aus, die Bewerber müssen 15 Minuten lang vorspielen. Von den Hunderten, die sich bewerben, schaffen es nur ein paar. 

Nur gut spielen alleine, reicht nicht!

Jun beim Richard-Strauß-Wettbewerb

Während in vielen anderen Fächern der Bachelor oder Master Startpunkt für den Beruf ist, geht bei jungen Pianisten die harte Arbeit dann erst richtig los. Neben dem Studium müssen sie Kontakte knüpfen, etwa zu Musik- und Konzertagenturen. Besonders gut geht das bei Klavierwettbewerben. Dort die Jury zu begeistern, kann ein erster Schritt für die Karriere als Konzertpianist sein. Nur gut spielen reicht aber nicht.

Die Musik leidenschaftlich leben!

Jun zusammen mit seinem Professor Andreas Groethuysen

Andreas Groethuysen, Pianist und Klavier-Professor am Mozarteum sagt, dass besonders der Charakter und das Auftreten von Nachwuchspianisten entscheidend sind. Der Pianist muss ein gewisses Gefühl, eine Leidenschaft für die Musik beim Publikum vermitteln. Kein Wunder also, dass viele Klavierstudenten des Mozarteums viele Stunden in der Woche mit Üben verbringen und kaum etwas anderes hören als klassische Musik.

Ganz schön hohe Anforderungen an junge Nachwuchsmusiker. Trotzdem nehmen viele den schweren Weg auf sich, um ihr Hobby, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und einmal in ausverkauften Konzertsälen und Festivals aufzutreten. Chapeau!  

Juns Chance: Der Richard-Strauß-Wettbewerb im Fach Klavier

Jun als Jubilar nach dem Richard-Strauß-Wettbewerb

Der Wettbewerb, bei dem ihn Campus Magazin begleitete, fand im großen Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater in München statt. Der jährlich von der Richard Strauß Gesellschaft organisierte Musikwettbewerb soll das Werk von Richard Strauß in Erinnerung halten. 2016 wurde er für Klavier ausgeschrieben. Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 28 Jahre sein und müssen sich in mehreren Runden mit verschiedenen Werken von Richard Strauß beweisen. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 2.500 EUR sowie ein prestigeträchtiges Konzertengagement. Die Teilnahme an solchen Wettbewerben ist für junge Musiker wie Jun, er ist 22 jahre alt, ein wichtiger Schritt, um sich nach und nach einen Namen in der Musikwelt zu machen.

Auswahl Juns aktueller Konzertauftritte

Am 6. Oktober 2016 fand im Kleinen Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater in München das Preisträgerkonzert der Richard-Strauss-Gesellschaft zu Ehren von Jun statt. Weiter ging es im im selben Monat mit einem Auftritt zusammen mit den Berliner Philharmonikern. Hyeonjun Jo (Klavier), in Vertretung der erkrankten Cordelia Höfer, und Thomas Timm (Violine) gestalteten ein brillantes zweites Kammerkonzert im Rathaussaal Halberstadt.

Zum Weiterlesen, wie Jun zwischen seinen Auftritten lebt:

Im Januar 2017 hatte Jun ein Konzert zu Ehren des Klangweltenmeisters Wimberger (1923-2016) am Mozarteum in Salzburg und mit der Bad Reichenhaller Philharmonie am Theater Bad Reichenhall. Und im März 2017 trat Jun bei den Salzburger Lehrlings- und Schülerkonzerten im Großen Festspielhaus Salzburg auf:


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