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Praktikum in Äthiopien "Addis Abeba war nicht mein Wunschziel – aber ich bin glücklich"

Johanna ist eine der "kulturweit-Freiwilligen" des DAAD. Im Herzen von Äthiopien, in der Hauptstadt Addis Abeba, macht sie ein Soziales Jahr im Infozentrum der Organisation.

Von: Johanna Teubner

Stand: 24.11.2015

Johanna Teubner, Praktikantin in Äthiopien | Bild: DUK/kulturweit

Ursprünglich war es mein Ziel, mit „kulturweit“ für ein halbes Jahr in ein mittel-osteuropäisches Land zu gehen, weil mein vorangegangenes Studium der Europastudien unter anderem diese Region als Fokus hatte.

In den Straßen von Addis Abeba. Auf Oromo wird die Stadt auch „Shaggar“ oder „Finfinne“ genannt

Als ich dann zum Interview eingeladen wurde, erfuhr ich, dass es für mich eventuell nach Kamerun, Südafrika oder Äthiopien gehen sollte. Bereits zum zweiten Mal in meinem Leben wurde ich nicht nach meinem Erstwunsch platziert, aber auch zum zweiten Mal war ich über diesen Zufall sehr glücklich und zufrieden. Ich hätte mir kein besseres Gastland für meinen Freiwilligendienst vorstellen und wünschen können. Ich wurde mit weit geöffneten Armen empfangen und unterstützt, wo auch immer ich Hilfe gebraucht habe.

Während meines Aufenthaltes habe ich am DAAD-Infozentrum in Addis Abeba mitgearbeitet und habe den Studenten dort geholfen ihr richtiges Austauschprogramm zu finden. Ich durfte viele interessante Persönlichkeiten aus verschiedenen Arbeitsbereichen und Herkunftsregionen kennenlernen. Diese Begegnungen waren wirklich etwas Besonderes für mich und trugen wesentlich zu dem Erfolg meiner Zeit in Äthiopien bei. Nach der anfänglichen Nahrungsumstellung mit der einige „Problemchen“ verbunden waren, konnte ich mich ganz auf die Menschen sowie die Geschichte des Landes konzentrieren. Das öffnete mir weitere Türen zeigte mir gleichzeitig sehr viele Gemeinsamkeiten hinsichtlich Ansichten, Meinungen und Traditionen.

Die traditionelle Suppe „Shiro“. Meist scharf gewürzt und mit Sauerteigfladen serviert  | Bild: arte (http://cuisine.arte.tv/de/recipe/755)

Die traditionelle Suppe „Shiro“. Meist scharf gewürzt und mit Sauerteigfladen serviert

Äthiopien ist für mich momentan ein ständiger Vergleichs- und Referenzpunkt. Mitgebracht habe ich ganz viele kleine Erinnerungsstücke, wie einen Kerzenständer aus meinem Zimmer, einen Shiro-Topf (Shiro ist die meist scharf gewürzte Suppe, die es in verschiedensten Variationen mit Bohnen, Fleisch oder Kichererbsen gibt) und „On Top“: viele tolle Freundschaften.

Länderinfo: Äthiopien

  • Die Föderale Demokratische Republik Äthiopien liegt am Horn von Afrika und ist ein Binnenstaat.
  • Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ca. 30 Prozent der äthiopischen Bevölkerung lebten unter der Armutsgrenze.
  • Amharisch ist die äthiopischen Landessprache.
  • Den Herausforderungen, wie Armutsbekämpfung und Wirtschaftsförderung, begegnet die äthiopische Regierung mit einem ehrgeizigen Wachstums- und Transformationsplan: Die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen sollen erreicht und die Wirtschaftsleistung Äthiopiens nahezu verdoppelt werden.
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