ARD-alpha - Campus Magazin


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Prof. Dr. Jochen Hörisch Flirten und andere Vorteile

Dank MOOCs und Co. kann man super von daheim aus lernen. Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Jochen Hörisch wäre allerdings schwer deprimiert, wenn keiner mehr in den Hörsaal käme. "Echte" Vorlesungen haben klare Vorteile, findet er.

Stand: 23.10.2014

Jochen Hörisch, Literatur- und Medienwissenschaftler an der Uni Mannheim, fände es schade, wenn alle nur noch mit MOOCs von daheim aus lernen würdem und keiner mehr in die Uni käme. Er glaubt, dass damit eine wichtige kollektive Erfahrung verloren geht – unter Umständen auch die, dass die Vorlesung gerade nicht so prickelnd ist. Aber auch das hält der Literatur- und Medienwissenschaftler für eine wichtige Kulturtechnik, die man durch Präsenz im "echten Hörsaal" lernen kann: Zuhören, mal eineinhalb Stunden stillsitzen. Außerdem: Mit dem oder der Sitznachbarin flirten, lasse sich vor Ort an der Uni definiv besser. Jochen Hörisch ist nicht grundsätzlich gegen MOOCs, ausgewählte Online-Lerninhalte könnten die Lehre sogar entlasten. Ob sich Moocs aber allgemein durchsetzen, da ist er eher skeptisch.

Jochen Hörisch

Jochen Hörisch, geboren 1951 in Bad Oldesloe, lehrt an der Uni Mannheim Literatur- und Medienwissenschaften. In seiner wissenschaftlichen und publizistischen Arbeit beschäftigt er sich unter anderem mit dem Verstehen verschiedenster Medien und den Veränderungen der akademischen Lehre durch den "rapiden Medienwandel".


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