ARD-alpha - Campus Magazin


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Neue Motive für den Auslandsaufenthalt "Wir sollten uns als Weltbürger sehen"

Josh Taylor koordiniert die Auslandsprogramme der New York University (NYU), der größten unabhängigen Forschungsuniversität der USA. Er sieht einen klaren Trend zu Auslandsaufenthalten.

Stand: 03.03.2016

Josh Taylor, Koordinator für Auslandsprogramme der New York University (NYU) | Bild: Josh Taylor, colourbox.com; Montage: BR

Jeder neunte Student an deutschen Hochschulen kommt aus dem Ausland. Das ist keine Einbahnstraße: Über 140.000 deutsche Studierende sitzen derzeit in einem ausländischen Hörsaal. Und es werden immer mehr. Josh Taylor von der New York University sieht einen klaren Trend: Im Allgemeinen seien junge Menschen nicht mehr länger daran interessiert mit Kommilitonen zu studieren, die genau denselben kulturellen Background haben wie sie. Da kann er von sich selbst erzählen:

"Früher wollte ich immer aus meiner alten Uni raus, an der nur Studenten aus New York City und von Staten Island waren. Das war nicht das, was ich wollte. Also suchte ich mir eine Uni, an der ich Leute aus Kalifornien, Texas und Florida kennenlernte."

(Josh Taylor, NYU)

Das war vor 25 Jahren. Immer mehr Studierende möchten Auslandserfahrung. Josh Taylor freut das. Es sei wichtig, dass sich Menschen aus verschiedenen Kulturen begegnen, wenn wir im 21. Jahrhundert vorankommen wollen, meint Josh Taylor. Denn die Klimaerwärmung, die Unruhen im Mittleren Osten oder die Flüchtlingskrise können seiner Meinung nach nur von Global Citizens gelöst werden. Diese Einsicht erreiche immer mehr Köpfe.

"Als Global Citizen können wir die Probleme dieser Welt besser anpacken. Und dazu müssen wir uns näherkommen und erkennen, was wir gemeinsam haben."

(Josh Taylor)

Aber wo geht die Reise in Zukunft hin? Die New York University war eine der ersten Unis in der USA, die ihren Studierenden internationale Austauschprogramme anbieten konnte. Heute steht sie mit Universitäten auf der ganzen Welt in Verbindung - ob Abu Dhabi, Shanghai, Buenos Aires oder Sydney.

"Man muss ein Stück zurücktreten und aus verschiedenen Perspektiven nach Lösungswegen suchen. Es geht darum herauszufinden, wie andere Menschen denken und wie sie an Lösungsansätze herangehen."

(Josh Taylor)

In Abu Dhabi und Shanghai befinden sich zwei besondere Universitäten, die bald Nachahmer finden könnten.

"Kommt man auf den Campus, fühlt man sich weder wie in einer amerikanischen, noch wie in einer chinesischen oder arabischen Universität. Es fühlt sich eher an wie ein großer Melting-Pot – hier sind Menschen, die zusammengefunden haben, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten."

(Josh Taylor)

An der Uni in Abu Dhabi sind tatsächlich Studenten aus über hundert verschiedenen Nationen vertreten. In Shanghai sind fünfzig Prozent der Studierenden chinesisch, die anderen fünfzig Prozent kommen aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde. Als Ergebnis sei die Lernerfahrung in den Hörsälen viel intensiver und natürlich auch das Studentenleben an sich. So viele verschiedene Meinungen und Mentalitäten sind eben spannend - und sie fördern das gegenseitige Verständnis.

"Globale Universitäten, die Weltbürger ausbilden. Das ist die Zukunft."

(Josh Taylor)


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