ARD-alpha - Campus Magazin


25

Der große Hochschul-Test Kleine oder große Uni: Wo studiert es sich besser?

Wir schicken zwei Studentinnen von der FAU Erlangen-Nürnberg mit über 40.000 Studenten an die kleine KU Eichstätt mit gerade mal 5.000 Studierenden. Einen Tag lang testen die beiden, was an der großen und was an der kleinen Hochschule besser ist.

Von: Stefanie Heiss

Stand: 29.01.2016

Hannah und Milena studieren beide Politik und Englisch in Erlangen. Sie sind es gewohnt, aus vielen verschiedenen Seminaren auswählen zu können. Doch wie sieht es an einer kleinen Uni wie der KU Eichstätt aus bei der Seminar-Auswahl? Weniger Studenten heißt ja automatisch auch weniger Dozenten. Die beiden Mädels checken das Vorlesungsverzeichnis und stellen fest: Nein, so ein breites Seminarangebot wie an ihrer großen Uni gibt es hier wirklich nicht. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Manche kleinen Unis und Hochschulen sind spezialisiert auf einige wenige Studiengänge und bieten dort wiederum eine breite Seminarauswahl an. Beispiele sind Filmhochschulen oder Kunstakademien.

Viele kleine Unis bieten bessere Betreuung im Seminar

Ein Vorteil von kleinen Unis wiederum ist, dass in den Seminaren meist deutlich weniger Teilnehmer sitzen als an großen Unis. Das stellen Hannah und Milena auch in Eichstätt fest. Dort besuchen sie ein Englisch-Seminar, an dem gerade mal zwölf Studenten teilnehmen. An ihrer großen Uni sitzen sie oft mit 25 bis 30 Kommilitonen im Seminar. Die kleinen Kurse haben den Vorteil, dass der Professor die Studenten mit Namen kennt und das Seminar interaktiver gestalten kann. So bekommen die Studierenden den Stoff intensiver vermittelt. Allerdings ist es dadurch auch ein bisschen wie früher in der Schule, einfach drinsitzen und sich berieseln lassen geht dann nicht.

WG-Zimmer sind in kleinen Uni-Städten meist günstiger

Wer sich für eine kleine Uni entscheidet, kann auch richtig sparen. Denn kleine Hochschulen sind auch oft in kleinen Städten und dort sind die Mieten für ein WG-Zimmer meist deutlich günstiger. In Eichstätt zum Beispiel kostet ein Zimmer im Schnitt 265 Euro. Zum Vergleich: Ein WG-Zimmer in München - große Stadt mit großen Unis - kostet rund 493 Euro. Und auch andere größere Unistädte wie Frankfurt am Main (421 Euro), Stuttgart (391 Euro) und Köln (342 Euro) sind teuer. Große Ausnahme: Berlin. Hier kostet ein WG-Zimmer nur 292 Euro.

Deutschlandweiter Überblick

Chemnitz nur halb so teuer wie Stuttgart

Beim Nachtleben punkten großen Uni-Städte

Party machen – Da gibt es auch Unterschiede. In der kleinen Uni-Stadt Eichstätt suchen Hannah und Milena die große Partymeile vergeblich. Sie laufen die ganze Innenstadt ab und finden gerade mal ein Irish Pub und ein paar Bars. Von anderen Studenten, die auch in der Stadt unterwegs sind, erfahren sie, dass es hier auch nur eine Disko gibt und die ist am Stadtrand. Wem also wichtig ist, dass es viele Clubs und Bars gibt, der ist in einer kleinen Uni-Stadt nicht wirklich richtig. Dort finden die guten Partys eher in WGs statt oder in Bars, dann von Fachschaften organisiert. Auf so einer Party landen auch Hannah und Milena am Ende und zwar in einer Bar, die von Studenten für Studenten betrieben wird.

Wo studiert es sich besser? Kommt drauf an!

Es lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur nach dem Ruf der Hochschule die Studienwahl zu treffen – auch die Größe von Hochschule und Stadt sollte man bedenken. Wer Wert auf ein großes Seminarangebot legt, nicht unbedingt sparen muss und gerne feiern geht, der ist in der großen Stadt mit großer Hochschule auf jeden Fall richtig. Wem die persönliche Betreuung durch die Dozenten, günstiges Wohnen und gemütliche WG-Partys wichtig sind, der ist wiederum an einer kleinen Uni gut aufgehoben.


25