ARD-alpha - Campus Magazin


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Kaderschmiede Die Hochschule für Fernsehen und Film München

Wim Wenders, Roland Emmerich, Caroline Link, Florian Henckel von Donnersmarck - einige der bekanntesten deutschen Regisseure haben an der HFF München studiert. Keine andere deutsche Filmhochschule hat so viele Oscar-Anwärter und -PreisträgerInnen hervorgebracht.

Von: Annekathrin Wetzel

Stand: 20.08.2015

Viel Praxis im Studium und herausragende Professoren und Dozenten zeichnen die HFF aus. Viele von ihnen haben große Namen wie etwa Michael Ballhaus, mehrfach nominiert für den Oscar, lange Zeit der Kameramann von Martin Scorsese, oder die Produzentin, Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie. Die HFF legt großen Wert darauf, dass die Lehrkräfte ihren Beruf in der Medienbranche weiter ausüben - so ist der Austausch von Praxis und Lehre gewährleistet.

Momentan hat die HFF 380 Studierende. Jährlich bietet die Münchner Filmhochschule ca. 50 neue Studienplätze an. Auf diese bewerben sich allerdings mehrere hundert Interessenten mit ihren Arbeitsproben. Voraussetzung ist das (Fach)Abitur, in Fällen von besonderer Begabung macht die Hochschule aber auch mal eine Ausnahme. Bei der Bewerbung entscheidet man sich bereits für einen der fünf Studiengänge.

Studiengänge

  • Kino- und Fernsehfilm
  • Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik
  • Produktion und Medienwirtschaft
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Ergänzungsstudiengang "Theater-, Film- und Fernsehkritik" in Kooperation mit der "Bayerischen Theaterakademie August Everding"

Die Bewerbung

Chiara Grabmayr studiert Spielfilmregie im vierten Jahr. Besonders gefallen ihr die Seminare, in denen es um die Führung der Schauspieler geht. Angst, später einen Job zu kriegen, hat sie nicht. Wichtig ist Chiara, Geschichten zu erzählen - ob im Kino oder Fernsehen, wird man sehen. Warum hat sie sich für Regie entschieden? Und wie läuft die Bewerbung ab?

Regie-Studium an der HFF

Von Anfang an studiert man spezialisiert in dem Studiengang, für den man sich beworben hat. Allerdings sind die Fächer "Medienwissenschaft und Technik" für alle Pflicht - auch Regiestudenten müssen schließlich Grundkenntnisse über die Arbeit mit der Kamera haben! Für die angehenden Regisseure - egal, ob im Dokumentar- oder Spielfilmbereich - sind drei große Filme während des Studiums Pflicht (die Filme 01 - 03). Wie auch später beim Abschlussfilm, arbeiten sie meistens mit ihren auf Kamera, Drehbuch oder Produktion spezialisierten Kommilitonen zusammen.

"Lulu" - ein Kurzfilm von Chiara Grabmayr

LULU zeigt ein zwölfjähriges Mädchen, das das überwältigende Gefühl des Verliebtseins zum ersten Mal entdeckt und sofort auch mit all den Schattenseiten der Zuneigung, vor allem der Eifersucht, konfrontiert wird. Ein Kampf mit ihrer Mutter um die Gunst eines jungen Mannes beginnt. Der 20-minütige Film, bei dem Chiara Grabmayr das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, entstand im Rahmen ihres Studiums als Film 02.
Kamera: Moritz Tessendorf (Student Kamera HFF München)
Produktion:
Veronika Neuber
Schnitt: Florian Seufert (Student Regie HFF München)
Drehbuchberatung: Niklas Hoffmann ( Student Drehbuch HFF München)
Betreuender Professor: Andreas Gruber

Studienabschluss und Netzwerke

Am Ende des achtsemestrigen Studiums steht die Diplomarbeit - der Abschlussfilm. Seit kurzem bietet die HFF in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität auch Promotionen an. Schon im Studium vernetzen sich die Filmschüler untereinander, bilden Teams, die manchmal ein Leben lang halten. Auf jeden Fall entstehen hier Netzwerke und Kontakte, die sie später in ihrem Berufsleben brauchen werden.


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