ARD-alpha - Campus Magazin


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Au Pair in Frankreich "Ich war wie das dritte Kind meiner Gastfamilie"

Der Eifelturm zum Greifen nah und Urlaub an der Cote d‘ Azur: Ein erlebnisreiches Jahr in Frankreich liegt hinter Hannah Rosin. In ihrem Bericht erzählt sie über ihre Zeit als Au Pair in Paris.

Von: Hannah Rosin

Stand: 10.12.2015

Hannah Rosin in Paris | Bild: Hannah Rosin und Coulorbox.com

Nach meinem Abi wollte ich unbedingt noch ein Jahr ins Ausland, bevor ich zu studieren anfange .

In der Schule hatte ich Latein und Englisch. Weil ich in meiner Kindheit Frankreich während vieler Urlaube kennen und lieben gelernt habe, wollte ich aber unbedingt noch Französisch lernen. Auch wenn einige meiner Freunde meinten: "Frankreich? Ist doch langweilig, geh weiter weg!" - mir fiel die Wahl leicht. Frankreich sollte es sein, wegen meiner Liebe zu Land und Leuten.

Die Metropole bietet viele Oasen.

Aber dann kam die Frage: Was mache ich denn dort eigentlich? Nur dort leben und einen Sprachkurs machen wäre auf jeden Fall zu teuer gewesen. In meiner Freizeit war ich schon immer gerne von Kindern umgeben, war auf diversen Zeltlagern und Freizeiten als Betreuerin dabei und dann war schnell klar: Ein Jahr als Au Pair wäre perfekt! Das ist meiner Meinung nach eine super Möglichkeit, eine Sprache  zu lernen und gleichzeitig mit Kindern zusammen zu sein. Also habe ich mich bei einer Agentur beworben. Daraufhin habe ich schnell eine Familie gefunden und schließlich ein Jahr lang in der Nähe von Paris bei einer französischen Familie als Au Pair gearbeitet und gelebt.

Hannah mit Coline, dem 13 jährigen Mädchen der Familie

Meine Aufgaben bestanden darin, die beiden Kinder – ein Mädchen (13) und ein Junge (10) – der Familie zu betreuen, sie vom Schulbus abzuholen, sie zum Sport zu bringen, ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen und kleine Hilfen im Haushalt zu übernehmen: Kochen, Wäsche machen und ab und zu ein wenig putzen. Aber vor allem war ich wie eine große Schwester für die Kinder, mit der man spielt, kocht, fernsieht, Sport macht und Spaß hat.

"Jedem, der sich auch überlegt für ein Jahr als ins Ausland zu gehen, um eine Sprache zu erlernen, kann ich einen Aufenthalt als Au Pair nur empfehlen."

Hannah Rosin

Ob Planschen an der Côte d'Azur ...

Meine Gastfamilie hat sich sehr darum bemüht, dass ich mich wohlfühle und mich wie ein drittes Kind aufgenommen und da ich mit ihnen zusammen gelebt, gewohnt und gegessen habe, habe ich mich auch wirklich wie ein Teil der Familie gefühlt. Die größte Herausforderung war zu Beginn natürlich die Sprachbarriere, da ich kein Wort Französisch konnte, als ich ankam. Gerade mit dem Sohn und dem Vater war daher die Beziehung anfangs eher distanziert, aber mit jedem Wort das ich verstehen und sprechen konnte, ist die Beziehung enger geworden und am Ende war ich wirklich ein Teil der Familie.

...oder Schiurlaub in den französischen Alpen: Hannah hat mit ihrer Gastfamilie volles Freizeitprogramm.

Während meines Aufenthalts hat mich meine Gastfamilie mit in den Urlaub genommen - egal ob Skifahren in den Alpen oder Badeurlaub an der Côte d'Azur - tolle Ausflüge mit mir gemacht und ich habe mit ihnen Weihnachten und meinen Geburtstag gefeiert. Neben all diesen schönen Erlebnissen war aber die Tatsache, dass mich die Familie so herzlich aufgenommen hat und ich mich wirklich wie zu Hause fühlen konnte der Grund dafür, warum ich mein Jahr im Ausland nie bereut habe und auch nie vergessen werde. 

"Auch 3 Jahre nach meinem Aufenthalt stehe ich noch mit meiner Gastfamilie in Kontakt und ich werde sie auch in Zukunft besuchen."

Hannah Rosin

Über den Dächern von Paris

In meiner Freizeit, also vormittags und am Wochenende, habe ich einen Sprachkurs in Paris besucht, bei dem ich viele Leute aus der ganzen Welt kennengelernt und Freundschaften geschlossen habe. Darunter waren auch andere Au Pairs, mit denen ich dann zusammen Paris entdeckt habe – Sehenswürdigkeiten, kulinarische Erlebnisse, Museen, Theater, Nightlife.

Hätte ich noch einmal die Möglichkeit für ein solches Auslandsjahr, würde ich sie auf jeden Fall ergreifen. Dieses Mal aber wahrscheinlich in ein anderes Land, da ja auch für ein wenig Abwechslung gesorgt werden muss.

Als Au Pair hat man den ganzen Tag Kontakt mit Muttersprachlern und auch gleich den Bezug zum richtigen Leben, anstatt nur die Theorie in der Schule zu lernen. Um sicherzugehen, dass es ein erfolgreicher Aufenthalt wird, sollte man sich allerdings eine Agentur suchen, da so die Verhältnisse in der Gastfamilie geprüft sind und man auch jederzeit einen Ansprechpartner hat, sollten doch einmal Probleme auftauchen.

Länderinfo: Frankreich

  • Als  „Familienmitglied auf Zeit" in einer französischen Gastfamilie erlebst du als Au Pair den französischen Alltag so hautnah wie möglich. Im Austausch dafür hilfst du bei der Kinderbetreuung und verrichtest leichte Haushaltstätigkeiten. Welche Aufgaben genau? Das hängt ganz vom Alter der Kinder und den Lebensumständen der Gastfamilie ab. Am besten davor genau absprechen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.
  • Über 260 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sprechen Französisch und in etwa 70 Staaten ist es sogar eine der offiziellen Landessprachen.
  • Paris-Stadt zählt circa 2,5 Millionen Einwohner. Im Großraum der Metropole leben über 12 Millionen Menschen.

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