ARD-alpha - Campus Magazin


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Freiwilligendienste Arbeiten und Leben lernen

Schulabschluss - und was dann? Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Freiwilligendienst. Entweder ganz klassisch bei einer sozialen Einrichtung in Deutschland - oder ziemlich mutig, etwa beim Fischfang in der Karibik.

Von: Martin Hardung

Stand: 09.06.2015

Studieren oder doch eine Ausbildung? Paula war sich nach dem Schulabschluss noch nicht wirklich sicher. Deshalb macht sie derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kinder- und Jugendhaus KUBU in München. Sie hilft den Kindern dort bei den Hausaufgaben, isst mit ihnen – sie will so herausfinden, ob ein Job im sozialen Bereich zu ihr passen würde.

"Ich denke, dass ich mit meinem FSJ anderen etwas Gutes tue, aber auch mir selbst. Jeder Tag ist anders, man sammelt immerzu neue Erfahrungen und lernt von den Menschen um einen herum dazu."

Paula Kobuch

Paula würde jederzeit wieder ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Sie ist sich nun sicher, dass sie in dem Bereich weitermachen möchte.

"Für mich persönlich war das FSJ ein sehr ereignisreiches, schönes Jahr, das ich nie vergessen werde und jedem weiter empfehlen kann!"

Paula Kobuch

Oder doch ab in die Karibik?

Die Links zu den Organisationen aus der Bilderstrecke:

Freiwillig arbeiten - aber wie?

Vor 50 Jahren wurde das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) gegründet. Inzwischen ist viel passiert, es sind neue Formate dazu gekommen, einige bieten auch Stellen im Ausland an. Wir stellen die fünf wichtigsten Programme vor.

Weltwärts

Gefördert vom Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit – die Stellenangebote gehen aber über klassische Entwicklungshilfe hinaus. Von Tauchen in der Karibik bis zur Kinderbetreuung in Uruguay ist vieles möglich. Teilnehmer müssen zwischen 18 und 27 Jahre alt sein und einen Berufs- oder Schulabschluss in der Tasche haben. Während des Freiwilligendienstes gibt es 100 Euro Taschengeld - die Teilnehmer sollen einen Spenderkreis aufbauen, der 25 Prozent der Kosten trägt, der Rest kommt vom Bund.

Kulturweit

Wurde vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. Kulturweit richtet sich vor allem an Menschen zwischen 18 und 26 Jahren, die Lust haben, sich im Ausland pädagogisch auszuprobieren. Also in Schulen helfen oder außerschulische Programme betreuen möchten. Voraussetzung auch hier: ein Berufs- oder Schulabschluss. Die monatliche Unterstützung liegt bei 350 Euro – wobei 200 Euro für Unterkunft und Verpflegung eingeplant sind. Die anderen Kosten, Flüge etc., werden zum Großteil übernommen.

FSJ

Der Klassiker: Das Freiwillige Soziale Jahr existiert bereits seit den 1950er-Jahren. Zunächst richtete es sich an Frauen, die in kirchlichen Krankenhäusern und Pflegeinenrichtungen helfen sollten. Inzwischen arbeiten FSJler in vielen verschiedenen Bereichen, von der Behindertenwerkstatt über die Jugendvollzugsanstalt bis zum Kinderzirkus ist vieles möglich. Die meisten Stellen gibt es in Deutschland, im Ausland werden nur noch wenige FSJler eingesetzt. Teilnehmer müssen zwischen 16 und 27 Jahre alt sein. Die Vergütung ist je nach Träger sehr unterschiedlich und muss einzeln erfragt werden. Weitere Angebote findet ihr hier.

Bundesfreiwilligendienst

Hat 2011 nach der Bundeswehrreform den Zivildienst ersetzt. Einsatzorte sind also Behinderteninternate, Rettungsdienste, soziale Einrichtungen. Anders als beim FSJ gibt es nach oben hin keine Altersgrenze. Zudem ist die Bewerbung einfacher, beim Bundesfreiwilligendienst gibt es mehr offene Stellen. Die Vergütung ist nicht genau festgelegt. Teilnehmer sollen aber ein Taschengeld in Höhe von rund 350 Euro bekommen.

FÖJ

Das FÖJ wurde als Gegenstück zum FSJ eingeführt, das Ö steht für ökologisch, ausgeschrieben heißt es: Freiwilliges Ökologisches Jahr. Stellen gibt es also in Naturschutzzentren, in der Forstwirtschaft, und im Gartenbau. Auch hier müssen Teilnehmer zwischen 16 und 27 Jahre alt sein. Das Taschengeld soll zwischen 180 und 370 Euro betragen.

Weitere Angebote findet ihr hier


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