ARD-alpha - Campus Magazin


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Elite-Uni Studieren in der Exzellenz

Charlotte ist Teil eines Exzellenzclusters. Das hat Vorteile - denn an Geld mangelt es nicht, die Chemikerin kriegt immer die neuesten Geräte. Es gibt aber auch Nachteile.

Von: Monika Haas

Stand: 24.10.2016

Exzellenzcluster sind Teil der Exzellenzinitiative - aber was heißt das genau? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Wir haben sie für euch zusammengestellt:

1) Zugang zu aktueller Spitzenforschung

Wenn die eigene Universität Exzellenzcluster unterhält, steigt nicht nur die Reputation des Studiums in diesem Fachgebiet – die Studierenden sind in der Regel tatsächlich „nah“ dran an den Koryphäen ihres Bereichs: wer für seinen Abschluss nicht direkt in einen der Arbeitskreise kommt – dort sind die Plätze begrenzt - kann als „ganz normaler“ Studierender zumindest Ringvorlesungen und prominente Gastvorträge besuchen – und sich dort für die Wissenschaft begeistern lassen.

2) Geld, Geld und nochmals Geld

Exzellenzcluster sind hochfinanziert – und das hat unmittelbare Folgen für Studierende und Doktoranden: sie müssen nicht so viel Zeit in Budgetdiskussionen investieren und haben leichteren Zugang zu nötigen Geräten und Materialien. So macht die Laborarbeit mehr Spaß – und wer in einem Arbeitskreis mit den kooperierenden Fraunhofer und Helmholtzinstitut ist – erlebt Infrastruktur auf Spitzenniveau. Das macht Forschen und Studieren leichter.

3) Initiativen neben der Forschung?

Michael findet gut, dass er viele Fachleute über das Cluster kennenlernt.

Nicht nur CIPsM  - ein Cluster, das sich interdisziplinär mit dem weiten Forschungsgebiet Proteine befasst – macht mit seinen Finanzmitteln viel mehr, als nur eine teure Humboldtprofessur anzuwerben, so bleiben finanzielle Mittel für die Nachwuchsförderung. Ob Karrieretreffs für Absolventen, spezielle Förderprogramme für Studentinnen der Naturwissenschaften oder elitäre Treffen im In- und Ausland. Einige der Programme sind exklusiv für  Cluster-Arbeitsgruppen, aber viele stehen allen Studierenden offen– auch wenn lange Wartelisten üblich sind. Für die Karriere ein Pluspunkt, ebenso die interdisziplinäre Ausrichtung der Veranstaltungen.

4) Netzwerke

Exzellencluster bieten Studierenden die Chance, einfacher in Kontakt mit spannenden Wissenschaftlern zu kommen. Denn die kommen auch gerne an eine der Leuchtturm-Universitäten. Ein Beispiel ist „LMU meets Harvard“, hier arbeiten Nachwuchsforscher eine Woche gemeinsam – wechselweise in München und Harvard. An guten Kontakten hat auch die Wirtschaft Interesse. Studenten bekommen beispielsweise eine Zuschuss für Exkursionen, Türen zu Praktika und Hiwi-Jobs öffnen sich leichter, wenn sich die Projektleiter kennen.

5) Nachteile

Preise und Auszeichnungen können helfen, damit ein Exzellenzcluster weiterhin gefördert wird.

Bei den Exzellenzclustern besteht der größte Nachteil im Stress: nur sehr gute und sehr engagierte Studenten können in den oft großen Arbeitsgruppen der Cluster mitmachen. Die Konkurrenz ist hoch, die Betreuung der Doktorarbeiten nicht immer Hauptziel der Professoren. Und es lasten hohe Erwartungen auf den Nachwuchswissenschaftlern und ihren Ergebnissen.  Zusätzlicher Druck entsteht, wenn die nötigen Erfolgsmeldungen auf sich warten lassen. Denn ein Cluster muss immer wieder seinen Status als „weiterhin förderungswert“ in der Exzellenzinitiative unter Beweis stellen. Professoren und Doktoranden sind dann zusätzlich beschäftigt mit dem Verfassen von Folgeanträgen und stehen dabei unter besonderer „Beobachtung“ von verschiedenen Seiten: externen Kooperationspartnern, der eigenen Universität und oft auch der Politik.

6) Fazit

Nicht alle Universitäten mit Exzellenzclustern investieren intensiv in ihren eigenen Nachwuchs – dann haben Studierende wenig von der Spitzenforschung am Campus. Die Gefahr: Sie geraten noch mehr aus dem Fokus der Professoren, Studienbedingungen und Lehre könnten sich sogar verschlechtern. Ein weiterer häufig vorgebrachter Kritikpunkt lässt sich aber nicht halten: das Extra-Geld, das in Forschungscluster investiert wird, wurde anderen Universitäten oder Fachbereichen nicht weggenommen – es ist tatsächlich ein Bonus. Allerdings ändert das Geld in den Leuchtturmprojekten auch nichts an der generell beklagten chronischen Unterfinanzierung vieler Hochschulbereiche.

Bei diesem Cluster machen Charlotte und Michael mit

Hier gibt es mehr Informationen zu den Jungchemikern



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