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Punkten mit Persönlichkeit Der perfekte Professor

Gute Lehre braucht gute Lehrer. Aber was macht einen guten Professor oder Dozenten aus? Wir haben uns auf die Suche gemacht – nach dem perfekten Professor.

Von: Stefan Geier

Stand: 08.11.2015

Im Dschungel der Uniwelt kann man sich schnell verlieren. Vorlesungen, Seminare, Prüfungen. Immer mehrere Fächer gleichzeitig. Gut, wenn man Professoren hat, die einen leiten und die Inhalte so vermitteln können, dass sie auch hängen bleiben. Umfragen zeigen: der perfekte Professor ist nicht für alle Studenten gleich. Es gibt aber bestimmte Eigenschaften, die wünschen sich alle Studierenden:

1) Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit

Wenn der Dozent für sein Fach brennt, dann kann er das auf seine Studenten übertragen. Ein Beispiel ist Martin Kocher, Professor für experimentelle Ökonomie an der Ludwig Maximilians Universität in München. Regelmäßig wird er von seinen Studenten sehr gut bewertet. Obwohl er einer der jüngsten und international aktivsten Wirtschaftsforscher auf seinem Gebiet ist, legt er viel Wert auf gute Lehre. 2013 hat er den Preis für exzellente Lehre an Bayerns Universitäten erhalten. Gute Lehre und gute Forschung sind für ihn kein Widerspruch.

"Für die persönliche Karriere ist die Forschung wichtiger, vor allem bei uns in Deutschland. Aber mir macht es vor allem Spaß, mit den jungen Leuten zusammenzuarbeiten."

Prof. Dr. Martin Kocher

2) Interaktiv und fordernd

Martin Kocher setzt in seinen Veranstaltungen unter anderem auf Lernen durch Erfahrung. Am Melessa-Labor können Studierende die Theorie aus der Vorlesung gleich am eigenen Leib erfahren. In interaktiven Spielen stellen sie zum Beispiel das Geschehen an der Börse nach. Sie handeln mit Aktien, erzeugen Börsenblasen, gehen pleite oder machen richtig Reibach. Sich in eine Bank setzen und Börse spielen geht nicht, daher ist das Labor bestens geeignet, um die Wirklichkeit nachzuspielen. Am Ende wird ein kleiner „Gewinn“ sogar bar ausbezahlt.

"Ich glaube es ist wichtig, das, was man in der Vorlesung gelernt hat, praktisch zu erfahren."

Prof. Dr. Martin Kocher

3) Aktuelle Forschung und Persönlichkeit

Viele Studierende wünschen sich Dozenten, die aktuelle Beispiele in ihre Vorlesungen und Seminare einbauen. „Das macht die Theorie relevanter“, sagt Felix, der in München VWL studiert. Martin Kocher zum Beispiel macht es wesentlich mehr Spaß, wenn er aktuelle Forschungsergebnisse in seine Vorlesungen einbaut. So erfährt man bei ihm zum Beispiel, warum Fußballschiedsrichter die Heimmannschaften beim Elfmeter bevorzugen oder warum man mit leerem Bauch nicht zum Einkaufen gehen sollte.

Den perfekten Professor gibt es nicht, aber …

Jeder bevorzugt andere Eigenschaften bei einem guten Dozenten. Für manche ist es wichtig, dass er besonders genau ist und exakte Vorgaben macht. Andere mögen es, wenn sie Freiheiten haben und ausprobieren können. Es gibt allerdings unverzichtbare Eigenschaften, da sind sich die meisten Lernenden einig: Persönlichkeit, Erfahrung und vor allem Empathie. Viele vermissen die Fähigkeit, sich in die Studierenden hineinzuversetzen. Vor allem, wenn sie frisch von der Schule kommen und noch keine großen Kenntnisse haben. Gerade dann ist es wichtig, dass auch der erfahrenste Forscher auf dem richtigen Niveau anfängt.

Wie sieht dein/-e perfekte/r Professor/-in aus?

Für Martin Kocher ist klar, Lehre muss dem Dozenten auch  Spaß machen. Aber klar ist auch: ein wenig Talent gehört wohl auch dazu.

"Jeder muss sehen, dass er aus seinen individuellen Fähigkeiten das Beste rausholt. Dann können die Studierenden davon profitieren."

Prof. Dr. Martin Kocher

Lehrstuhl von Prof. Dr. Martin Kocher für experimentelle Ökonomie, LMU München

Wettbewerbe für exzellente Lehre

Professor des Jahres, vergeben von UNICUM BERUF, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Wettbewerb exzellente Lehre, Stifterverband für die deutsche Wissenschaft


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