ARD-alpha - Campus Magazin


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Niederlande Duitsers zijn hartelijk welkom!

Immer mehr Studenten aus Deutschland zieht es in die Niederlande. Und das, obwohl die Studiengebühren dort höher sind, als sie in Deutschland je waren. Was macht das Land so attraktiv?

Von: Saskya Kamphuis

Stand: 15.05.2015

Kein Student ist so mobil wie der Deutsche. Knapp 140.000 von ihnen studieren im Ausland. Die meisten in Österreich (20 Prozent), seit vier Jahren knapp gefolgt von den Niederlanden mit 18 Prozent. Klar, die Niederlande sind ein Nachbarland. Aber was außer der Nähe macht das Land so beliebt? Erst einmal die Studienqualität: Die niederländischen Unis gelten als hochmodern, mit praxisnaher, internationaler Ausrichtung.

"Gezellig" ist's im Königreich

Außerdem heißt es, das kleine Land am Meer sei modern und tolerant. Andreas Mellinghof aus Bonn etwa studiert im 6. Semester "Economics & Econ. Business" in Maastricht und spielt im niederländischen Hockey-Team. Klar hat er so Anschluss gefunden, aber ein bisschen anstrengend war es schon, sagt er. Und zwar, weil die niederländischen Studis einfach viel feierlustiger seien und ihren deutschen Kommilitonen da viel abverlangen. Von dieser Lässigkeit könnten die deutschen Studenten sich mal ein Scheibchen abschneiden, meint er.

Ein Viertel schafft das erste Semester nicht

Irgendwann endet aber diese Lässigkeit, und das bekommen die Studenten schon früh zu spüren. Zwar stehen die niederländischen Unis quasi jedem offen, es gibt kaum NCs. Aber das erste Jahr ist extrem hart, man muss sich beweisen und die Noten müssen am Ende stimmen. 25 Prozent der Studierenden schaffen das nicht.

Kein Studienplatz-Neid

Von den insgesamt 32.500 internationalen Studenten in den Niederlanden sind 25.000 deutsche. Sie bilden damit die größte Gruppe, noch vor den Chinesen. Wenn ausländische Studenten nach dem Studium noch ein paar Jahre im Land bleiben, bringt das dem NL-Staat 740 Millionen Euro. Natürlich ist es sein Anliegen, so viele Studenten wie möglich im Land zu behalten – durch Praktika und Kontakte zu niederländischen Unternehmen.

6.000 Euro für den Bachelor

Anders als hierzulande müssen deutsche Studis in den Niederlanden aber kräftig Gebühren zahlen. Knapp 2.000 Euro im Jahr kostet es, wenn man regulär an einer niederländischen Uni studiert. ERASMUS-Programme natürlich ausgenommen. Studierende aus einem Nicht-EU-Ausland zahlen bis zu 12.000 Euro im Jahr. Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Studenten sind zum Beispiel das deutsche Auslands-Bafög oder der niederländische "Collegegeldkrediet", den man einkommensunabhängig bekommt. Außerdem gibt es die Studienfinanzierung durch den niederländischen Staat, ein kompliziertes Regelwerk, das aber fast alle niederländischen Studenten in Anspruch nehmen. Als Deutscher bekommt man es, wenn man unter 29 ist und neben dem Studium mindestens 56 Stunden im Monat arbeitet.


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