ARD-alpha - Campus Magazin


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Guter Rat vonnöten Endlich studieren – wie versichere ich mich richtig?

Knapp 70.000 Studenten haben im Wintersemester 2015/16 in Bayern ihr Studium begonnen. Ein neuer Lebensabschnitt! Mit ein paar sehr wichtigen Konsequenzen im studentischen Versicherungsdschungel.

Stand: 30.11.2015

Aber: keine Panik! Es gibt nur zwei Versicherungen, die für Studenten unerlässlich sind: die Krankenversicherung und die private Haftpflichtversicherung.

Die Krankenversicherung

Eine Kranken- und Pflegeversicherung ist Pflicht. Bei der Einschreibung müssen Studenten diesen Schutz nachweisen. Wer bisher über seine Eltern gesetzlich beitragsfrei versichert ist, kann das auch noch bis zum 25. Geburtstag bleiben. Die Familienversicherung besteht unabhängig davon, ob Studenten zuhause wohnen oder in eine eigene Wohnung ziehen. Das eigene Einkommen darf allerdings 415 Euro (ab 2016) im Monat nicht übersteigen. Zum Einkommen zählen zum Beispiel Mieteinnahmen, Zinsen oder Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit, nicht aber Bafög.

Es gibt für Studierende auch die Möglichkeit einer privaten Krankenversicherung.

Die Private Krankenversicherung

Wer über die Familie zuvor privat versichert gewesen ist und dann ein Studium beginnt, ist grundsätzlich erstmal pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Student kann man sich aber davon befreien lassen, um sich für die Dauer des Studiums weiter privat zu versichern. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist während des Studiums dann aber nicht mehr möglich.

Die Privathaftpflichtversicherung

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine solche Police zwar nicht, doch jeder braucht sie – auch Studenten. Diese Versicherung springt finanziell ein, wenn man anderen Schaden zufügt. Sie übernimmt zum Beispiel die Kosten, wenn ein Student als Radfahrer einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Da die Kosten, die man in einem unaufachtsamen Augeblick verursachen kann, nach oben quasi unbegrenzt sind, ist diese Versicherung absolut empfehlenswert.

Sind die Eltern haftpflichtversichert, gilt dieser Schutz in der Regel auch für die volljährigen Kinder bis zum Ende der ersten Ausbildung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den sehr wichtigen Risikoabsicherungen. Sie zahlt eine Rente, falls der Student durch Krankheit oder Unfall invalide wird und deshalb im angestrebten Beruf niemals arbeiten kann oder im Lauf seines Arbeitslebens berufsunfähig wird. Es gibt Berufe, die als deutlich risikoreicher als andere eingestuft werden: zum Beispiel der Lehrerberuf, aufgrund der hohen psychischen Anforderungen. Wer hier bereits als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, kann noch einen viel günstigeren Versicherungsschutz erhalten als später, wenn er seinen Lehrerberuf bereits ausübt.

Unser Tipp

Die Verbraucherzentralen beraten Studierende individuell und unabhängig auch in Versicherungsfragen, das heißt die Berater dort verdienen keine Provision an den abgeschlossenen Verträgen. Sie sind in der BEratung völlig unabhängig. Es müssen dafür die Kosten für die Beratung bezahlt werden: je nach Aufwand etwa zwischen 15 und 60 Euro.

Diesen Service bieten die Verbraucherzentralen in Deutschland an oder man sucht beim Bundesverband der Versicherungsberater.

Zum Bestellen bei der Verbraucherzentrale:
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