ARD-alpha - Campus Magazin


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Master neben dem Beruf Karriere-Booster oder Burnout-Falle?

Ein 40-Stunden-Job und zeitgleich ein Master-Studium? Immer mehr Menschen gehen diesen Weg. Doch der Traum von einer besseren Karriere und mehr Gehalt verlangt Ehrgeiz, Disziplin und gutes Zeitmanagement. Schaffen kann man es.

Von: Katharina Putz

Stand: 31.10.2016

Präsenzstudium oder Fernstudium?

Für ein Präsenzstudium musst du – der Name sagt es schon - an der Hochschule präsent sein. Der Grund: Ein überwiegender Teil der Lehrinhalte wird über Vorlesungen oder dialogische Seminare vermittelt. Trotzdem kann es auch einen geringeren Anteil von Selbstlernphasen geben.

Drei Studienmodelle beim Präsenzstudium

Unterschieden werden dabei drei Modelle: Das Abendstudium unter der Woche und an Wochenenden, das Wochenendstudium, meist ganztägig von Freitag bis Sonntag und das Teilzeitstudium, für das auf Antrag die vorgesehene Studiendauer auf das Doppelte verlängert wird, so dass du dementsprechend nur noch die Hälfte der Vorlesungen besuchen musst.

Die Idee des Fernstudiums

Beim Studium an einer Fernhochschule bekommst du die Lernunterlagen sowie zum Teil auch Prüfungen gedruckt per Post – zum zeitlich und örtlich flexiblen Selbststudium. Zusätzlich bieten manche Fernhochschulen freiwillige begleitende Präsenzseminare an. Zudem kannst du dich online in einem internen Bereich mit anderen Studierenden austauschen und etwa Lerngruppen bilden. Zur Kontrolle des Lernfortschritts gibt es Online-Tests, Online-Übungen oder Aufgaben im Heft.
Manchmal gibt es allerdings, je nach Aufbau des Studiums, auch Präsenz-Zeiten an der jeweiligen Einrichtung bzw. dem dazugehörigen Studienzentrum – zur Kontrolle des Lernfortschritts etwa oder auch für den direkten Kontakt mit Tutoren. Weitere Infos findet ihr hier:

Das Onlinestudium

Im Gegensatz zum Fernstudium verzichtet ein Onlinestudium auf gedruckte Unterlagen. Du erhälst als Studierender einen Zugang zum Online-Campus und findest dort alle Lernmaterialien vor. Außerdem gibt es Unterstützung durch Webseminare und Lern-Videos.

Wie viel Zeitaufwand muss ich einkalkulieren?

Als Richtwert gehen Experten von etwa 15-20 Wochenstunden aus, die du für so ein Studium einplanen solltest.

Steffen mit seiner Freundin. Viel gemeinsame Zeit bleibt ihnen nicht mehr.

"Was ich für mich festgestellt habe, was nicht funktioniert, ist, sich nach der Arbeit noch mal für ein, zwei Stunden hinsetzen. Das ist extrem ineffizient, weil du kommst erst gar nicht ins Thema rein, das deprimiert dich dann, weil du nicht voran kommst. Besser ist, gezielt Tage blocken oder zumindest vier Stunden, damit du dich mit dem Thema befassen kannst und auch produktiv dabei etwas rauskommt. Dieses tröpfchenweise, ja, ich mach' jetzt jeweils abends noch 'ne Stunde, das führt bei mir nicht zum Ziel."

Steffen Heinzmann, Student an der Technischen Hochschule Ingolstadt

Bei manchen Fernhochschulen gibt es einen festgelegten Studienbeginn (z. B. jeweils zum Wintersemester), andere werben damit, dass man "jederzeit starten" kann.

Doch egal, für welches Format du dich entscheidest: Viele Anbieter haben sich auf die besondere Lebenssituation der berufsbegleitend Studierenden eingestellt und bieten eine Verlängerung an, und wer gut bei der Sache ist, kann das Studium auch verkürzen.

Wie anerkannt ist ein berufsbegleitendes Studium?

Ganz klar, ein Master of Arts oder Sience ist ein Master of Arts oder Science, egal ob du ihn in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert hast. Und wenn du dich bei der Wahl deiner Hochschule an Gütesiegeln wie Akkreditierungen und staatliche Anerkennung der Hochschule orientierst, sollte das mit der Anerkennung erst recht kein Problem sein.

Bessere Chancen bei der Jobsuche

Personalabteilungen im Allgemeinen machen offenbar auch keine Unterschiede. Im Gegenteil: Bewerbern mit abgeschlossenem berufsbegleitendem Studium werden oft sogar bessere Chancen bei der Jobsuche zugeschrieben als Absolventen mit Vollzeitstudium. Ihre Pluspunkte: Höhere Leistungsbereitschaft, eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten, unternehmerisches Denken und Handeln, Flexibilität, gutes Zeitmanagement, Disziplin, bessere Soft Skills.

Uni oder FH?

Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn du später noch den Doktortitel erlangen möchtest. Das ist sehr viel problemloser mit einem Uni-Abschluss möglich.

Welche Voraussetzungen gibt es für ein berufsbegleitendes Studium?

In der Regel musst du dafür eine ein- bis dreijährige Berufstätigkeit vor dem Studium mitbringen. Oft, aber nicht immer, fordern Hochschulen, dass die Studierenden eine “einschlägige” Ausbildung absolviert haben. Immer wieder wird auch eine bestimmte Anzahl an Leistungspunkten aus dem Bachelor-Studium als Voraussetzung genannt.

Das kann man alles berufsbegleitend studieren?

Bei der Frage, welche berufsbegleitende Masterstudiengänge wo in Deutschland angeboten werden, helfen dir folgende Anlaufstellen:

Unterstützung vom Arbeitgeber – Welche Möglichkeiten gibt es?

Ob Sonderurlaub vom Chef, Bildungsurlaub oder flexible Arbeitszeitregelungen: Es gibt einige Möglichkeiten, womit Arbeitgeber ihre Mitarbeiter darin unterstützen können, Job und Studium zeitlich unter einen Hut zu bringen. Weitere Infos dazu findest du unter "Grundlegende Infos, Daten und Fakten zum berufsbegleitenden Studium"

Ein Studium neben dem Beruf ist meist kostenpflichtig. Da können durchaus mehrere hundert Euro pro Monat nötig werden. Klar, ein Teil davon lässt sich durch die gleichzeitige Erwerbstätigkeit der Studierenden bezahlen.

Finanzspritze vom Arbeitgeber

Eine weitere Förderungsmöglichkeit kann eine finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber sein. Mancher übernimmt z.B. einen bestimmten Anteil der Studiengebühren oder nach Vorlage der entsprechenden Quittungen einen gewissen Betrag für Lernunterlagen und –materialien. Einige Arbeitgeber zahlen je nach Note eine Art Erfolgsprämie. Als Gegenleistung dafür möchten manche Arbeitgeber z.B. aber auch, dass du nach dem Abschluss noch eine bestimmte Mindestzeit weiter im Unternehmen arbeitest.

Mehr dazu unter:

Finanzierung über ein Stipendium

Manchmal klappt die Finanzierung eines berufsbegleitenden Studiums auch über ein Stipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (sbb).

Außerdem existieren auch Stipendien-Angebote der in Frage kommenden Hochschulen. Sich da zu erkundigen, kann sich also durchaus lohnen.

Bildungsprämie und Studienkredite

Weitere Möglichkeiten, um ein Master-Studium finanzieren zu können, sind Studienkredite oder die Bildungsprämie des Staates.

Wer tiefer in das Thema einsteigen will, kann sich in der aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) informieren:

"Berufsbegeleitende und duale Studienangebote in Deutschland: Status quo und Perspektiven" Format: PDF Größe: 787,22 KB


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