ARD-alpha - Campus Magazin


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Rekordzahlen an den Unis So viele ausländische Studierende wie noch nie

Die Internationalisierung der deutschen Hochschullandschaft schreitet weiter voran: Jeder neunte Studierende kommt mittlerweile aus dem Ausland. Entsprechend steigt das englischsprachige Angebot der Hochschulen.

Von: Susanne Bauer-Schramm und Patrick Lerch

Stand: 07.12.2015

An der Technischen Universität München studieren fast 40.000 junge Leute, mehr als jeder fünfte von ihnen ist aus dem Ausland.

Der Uni ist es recht, ihr Motto lautet: "Die besten Köpfe weltweit gewinnen."

Dafür müssen sie aber auch ihr Angebot darauf ausrichten: Bis 2030 sollen alle Veranstaltungen in Masterstudiengängen auf Englisch sein.

Prof. Daniel Rixen, TU München

"Die Universität wird immer internationaler. Und wenn man in der internationalen Szene mitspielen möchte, muss man einfach auch auf Englisch unterrichten, das geht nicht anders."

   Prof. Daniel Rixen, TU München

Unterschiedliche Lernniveaus

Mit den Studierenden aus dem Ausland kommen einige Herausforderungen: Sie bringen unterschiedliche Lernniveaus von zuhause mit, so dass Profs und Dozenten den Kurs erstmal auf ein einheitliches Level bringen müssen. Außerdem sollen sich die Gäste schnell integrieren. Das ist besonders für diejenigen schwierig, die keinen einzigen Kurs auf Deutsch haben und von vielen Kommilitonen umgeben sind, die in ihrer Muttersprache sprechen. Die TU München beispielsweise bietet daher ein wöchentliches "Sprachen-Café" an, bei dem meist um die hundert Studierende an Tischen zusammensitzen und in entspannter Atmosphäre außerhalb der regulären Uni-Kurse in verschiedenen Sprachen miteinander plaudern – vor allem aber natürlich auf Deutsch.

Elsa aus Peru im Masterstudiengang "Elektrische Energietechnik"

"Das ist gut! Ich habe neue Leute kennengelernt. Wir können zwar nicht perfekt Deutsch sprechen, aber wir verstehen uns und verbessern unser Deutsch immer mehr."

Elsa aus Peru

Profit für Deutschland

Das wöchentliche Sprachen-Café der TUM

Natürlich bergen die ausländischen Studierenden auch viele Chancen: Die deutschen Studenten profitieren von internationalen Kontakten genauso wie die Hochschulen. Es gibt viele Sprachpartner, denn eine weitere Sprache zu sprechen ist immer von Vorteil. Und auch für Deutschland hat es viele Vorteile, denn es kommen Fachkräfte ins Land.

Prof. Dr. Hana Milanov, Vizepräs. Intern. Allianzen und Alumni, TU München

"Studien zeigen, dass wir im Jahre 2030 ein Defizit von acht Millionen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben werden – und zwar vor allem hochqualifizierte Leute. Also müssen wir internationale Talente anwerben, sonst werden die ihre Jobs außerhalb von Deutschland finden."

Prof. Dr. Hana Milanov, Vizepräsidentin Intern. Allianzen und Alumni, TU München

Laut einer Umfrage des DAAD möchte über die Hälfte der internationalen Studierenden nach dem Abschluss in Deutschland bleiben und hier arbeiten. Aber was ist mit denen, die das Land nach ihrer guten und teuren Ausbildung wieder verlassen? Ist das kein Problem?

"Ein Problem für wen? Das ist die Frage. Sie bekommen eine großartige Ausbildung, haben gute Erinnerungen an Deutschland und werden Teil unseres internationalen Netzwerks. Das ist nicht zu unterschätzen. Und bei der Hälfte, die bleibt, müssen wir auch daran denken, was diese Leute schon an Ausbildung in anderen Ländern genossen haben, die wir 'umsonst' kriegen. Diese Leute wurden schon jahrelang ausgebildet, bevor sie zu uns kamen."

Prof. Dr. Hana Milanov, Vizepräsidentin Intern. Allianzen und Alumni, TU München


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