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Studierende unter Druck Depression und Burnout nehmen zu

Klausuren, Noten, Prüfungen - viele Studenten halten den Druck auf Dauer nicht aus. Wie eine aktuelle Studie zeigt, haben immer mehr von ihnen psychische Probleme. Auch digitale Medien spielen dabei eine Rolle.

Von: Fabian Mader / Christian Wurzer

Stand: 02.07.2015

Depression | Bild: picture-alliance/dpa

Mehr als jeder fünfte Student hat psychische Probleme - zu diesem Schluss kommt der Gesundheitsreport 2015 der Techniker Krankenkasse (TK), der kürzlich in Berlin vorgestellt wurde. Der Anteil bei den Frauen ist demnach höher - 30 Prozent der Studentinnen bekommen mindestens einmal im Jahr eine psychische Diagnose. Bei den männlichen Studierenden sind 15 Prozent betroffen. Meist geht es um Depressionen, Anpassungs-, Belastungs- und Angststörungen. Nur wenige der Studierenden werden deswegen psychisch behandelt, aber immerhin rund vier Prozent bekommen den Autoren der Studie zufolge Antidepressiva verordnet, das sind 43 Prozent mehr als 2006.

Jüngere Studenten sind laut Gesundheitsreport davon weniger betroffen - die Belastung steige mit dem Alter. Vor allem ab 26 wird es kritisch, sagt Dr. Thomas Grobe vom Aqua-Institut in Göttingen. "Dann steigt das Volumen bei den Hochschülern deutlich stärker und ab 32 bekommen Studierende beider Geschlechter etwa doppelt so viel verschrieben" wie Menschen, die einer Arbeit nachgehen.

Der Stress nimmt zu

Mehr als die Hälfte der Studierenden klagen der Studie zufolge über Stress. Zu den wichtigsten Auslösern gehörten Prüfungen (52 Prozent), der Lernstoff (28 Prozent), die Doppelbelastung von Studium und Jobben (26 Prozent), die Angst vor schlechten Noten (26 Prozent), keinen Job zu finden (23 Prozent) und finanzielle Sorgen (20 Prozent). Ein Grund seien auch die digitalen Medien, sagte der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse Jens Baas, jeder Zweite lasse sich beim Lernen von digitalen Medien ablenken.

"Die Stressfaktoren unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen früherer Generationen. Aber das Abschalten fällt der Generation Smartphone schwerer."

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse.

Die Techniker Krankenkasse wertete für den Gesundheitsreport Krankschreibungen der 4,4 Millionen Versicherten aus. Für das Schwerpunktthema "Gesundheit Studierender" wurden zudem die Arzneimittelverordnungen 2014 sowie ambulante Diagnosedaten der 190.000 Studierenden für das Jahr 2013 ausgewertet. Zusätzlich hat die Krankenkasse 1.000 Studierende zu ihrem Lebensstil befragt.

Hilfe für depressive Studenten

An der Universität Bamberg haben Studenten mit psychischen Problemen eine Selbsthilfegruppe gegründet. Unser Autor Christian Wurzer stellt sie in einer Radioreportage vor. Du kannst sie hier anhören.


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