ARD-alpha - Campus Magazin


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Nischenstudiengang Filmkomposition Beruf Filmkomponist – zwischen Hollywood und Hartz IV

"James Bond", "Titanic", "Fluch der Karibik" – die Filme und deren Filmmusik sind weltbekannt. Doch die wenigsten Filmkomponisten schaffen den Weg nach Hollywood. Dabei spielt der Ton die entscheidende Rolle. Ohne ihn würde jeder Film seine Wirkung verlieren.

Von: Julia Schweinberger

Stand: 16.05.2016

Fast jeder kennt diesen Trick. Wer einen Thriller sieht und sich bei einer Szene fürchtet, der muss nur schnell den Ton ausmachen. Dann ist die Angst ganz schnell verflogen. Denn Bild ohne Ton – das wirkt nicht. Es ist die Musik, die unsere Emotionen beeinflusst, auch wenn man sie als Zuschauer oft gar nicht wahrnimmt. Das liegt auch daran, dass sie sehr subtil eingesetzt wird. Musik soll nicht auffallen, sondern den Film unterstützen.

Komposition für Film und Medien kann man studieren. Zum Beispiel an der Hochschule für Musik und Theater in München, aber auch an der Filmakademie Ludwigsburg oder an der Filmuniversität Babelsberg.

Wir haben uns mit zwei Filmkomponisten getroffen.

Richard Ruzicka

Richard lebt in München und studiert an der Musikhochschule. Obwohl er erst 21 Jahre alt ist, läuft es bei ihm richtig gut. Kürzlich bekam er den Auftrag, die Musik für den Münchner Jubiläumstatort zu komponieren. Und das neben Seminaren und Projektarbeiten. Das ist ungewöhnlich, aber für Richard Ruzicka kein Problem. „Ich schlaf dann halt mal ein bisschen weniger“, sagt er. Hauptsache er kann das tun, was er am liebsten tut: komponieren. So viel wie möglich.

"Es ist ja irgendwo auch mein Hobby, deshalb stört es mich nicht, wenn ich mal eine Nacht lang nicht schlafe und an der Musik herumwerkle, um den richtigen Ansatz zu finden."

Richard Ruzicka

Dominik Schuster

Dominik hat ebenfalls an der Musikhochschule in München studiert. Vor einem Jahr hat er sein Studium abgeschlossen. Dann kam gleich der erste große Auftrag: der Kinofilm „Mara und der Feuerbringer“. Doch seitdem? Stillstand. Die Aufträge lassen auf sich warten. „Man muss Geduld haben“, sagt er, „Vertrauen haben in die Zukunft“. Aber das ist gar nicht so leicht. Das Geld, das er bei seinem letzten Film verdient hat, ist nahezu aufgebraucht. Ob er den Job wechseln möchte? Niemals. Filmkomponisten machen keine Kompromisse. Was sie tun, tun sie mit Leidenschaft. Also komponiert Dominik Schuster weiter. Gerade ein Stück für Orchester. Dabei verdient er zwar nichts, aber es ist besser, als nichts tun. Und er ist sich sicher: Irgendwann kommt der nächste Auftrag.

"Man muss Vertrauen haben."

Dominik Schuster


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