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Diskriminierung Studierende mit Behinderung

Studierende mit Behinderung können nicht einfach wählen, was sie studieren wollen. Sie müssen eine Anzahl Kriterien erfüllen, um überhaupt zugelassen zu werden. Das soll sich nun ändern.

Von: Christian Wurzer

Stand: 27.07.2015

Offene tür für Behinderte | Bild: picture-alliance/dpa

Bislang fallen Studierende mit Behinderung unter dieses Gesetz, was behinderte Studierende gegenüber nicht-behinderten Studierenden benachteiligt.

"(1) Für behinderte Menschen können Leistungen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben erbracht werden, um ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben zu sichern, soweit Art oder Schwere der Behinderung dies erfordern."

Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) - Arbeitsförderung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594) § 112 Teilhabe am Arbeitsleben

Dazu müssen Studierende mit Behinderung anders als Studierende ohne Behinderung Kriterien erfüllen, wenn sie studieren wollen.

"(2) Bei der Auswahl der Leistungen sind Eignung, Neigung, bisherige Tätigkeit sowie Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes angemessen zu berücksichtigen. Soweit erforderlich, ist auch die berufliche Eignung abzuklären oder eine Arbeitserprobung durchzuführen."

Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) - Arbeitsförderung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594)§ 112 Teilhabe am Arbeitsleben

Behinderte Studierende sollen die gleichen Möglichkeiten haben

Der Bund will das Gesetz über sogenannte „Eingliederungshilfen“ für Behinderte reformieren. Dazu hatte er eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hat nun ihren Bericht vorgelegt und festgestellt, dass Studierende ohne und Studierende mit Behinderung nicht gleich behandelt werden.

Bei der Gesetzesreform sollen nun auch Betroffene gehört werden

Dazu beziehen Hochschulen, Gewerkschaften, Studentenwerke und Betroffene Position und stellen Anforderungen. Kernpunkt: Hochschulen, Gewerkschaften, Studentenwerke und Betroffene fordern für Studierende mit Behinderung eine bundesweit einheitliche Regelung.

Hilfen sollen in Zukunft nicht von den Hochschulen organisiert und geregelt werden. Die Folge wäre, dass Studierende mit Behinderung an Hochschulen weiter unterschiedlich behandelt würden. Klar ist: Studierende mit Behinderung sollen in Zukunft einen leichteren Zugang zu den Hilfen bekommen, die sie brauchen.


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