ARD-alpha - Campus Magazin


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Studium in Griechenland Athen - zwischen Meer und Ruinen

Sie gilt als die Wiege der Zivilisation. Sokrates kommt von hier, genauso wie unsere Demokratie: Athen. Zwischen alten Ruinen und moderner Metropole studiert Dominik Simper BWL an der Athens University of Economics and Business.

Von: Dominik Simper

Stand: 24.11.2015

Dominik Simper in Athen | Bild: Dominik Simper

Am Anfang war es mir eigentlich egal wo es hingehen soll. Wie ich rausgefunden habe, dass es Athen sein soll? Ich habe mir einige Berichte der letzten Jahre durchgelesen und geschaut was am besten klang. Die weit zurückreichende und interessante Geschichte Griechenlands und mein Interesse an Land und Leute waren dann wohl die ausschlaggebenden Punkte. Wir hatten von unserer Heimatuni circa dreißig Unis im Ausland zur Auswahl bekommen.

Der Eingang zum Altbau der Athens University of Economics and Business

Nur wenige große Städte waren dabei. Unter diesen wenigen war Athen. Mir war klar, dass ich am liebsten in eine Hauptstadt gehe und so habe ich mich für Athen entschieden. Hier studiere ich jetzt als ERASMUS-Student ein Semester Economics an der Athens University of Economics and Business (AUEB). Der Unialltag ist ziemlich entspannt. Vieles in den Kursen habe ich schon die letzten Jahre in Deutschland durchgenommen. Ansonsten bin ich mit der Uni sehr zufrieden.

"Ich zahle keine Studiengebühren und sogar die Mensa ist kostenlos hier, weil der Staat für die Versorgung aufkommt."

Dominik Simper

Außerdem gibt es in Athen mehrere Unis und alle bieten unterschiedliche Erasmus-Veranstaltungen an, zu denen die Studenten aller Unis eingeladen sind. Hier ist immer was los und ich habe viele nette Leute kennengelernt.

Die berühmten Felsen von Meteora im Norden von Griechenland

Meine Freizeit verbringe ich hier meistens mit anderen Erasmus-Studenten. In unserer WG sind wir zu neunt, deswegen ist eigentlich immer was los. Wir unternehmen zusammen viel in der Stadt, gehen am Abend zusammen aus und reisen an den Wochenenden in die Natur oder besuchen Städte in der Umgebung.

Meiner Meinung nach ist nur der öffentliche Nahverkehr in Athen ein kleiner Minuspunkt. Denn der ist nicht besonders gut ausgebaut. Es gibt nur drei U-Bahnlinien hier und das ist für eine Stadt mit vier Millionen Einwohnern einfach zu wenig. Es gibt zwar Busse, aber die halten sich nicht wirklich an einen Fahrplan. Sprich, man geht auf gut Glück los und vielleicht kommt dann mal einer. Oder eben auch nicht. Dafür sind die Tickets aber sehr billig.

Dominik hat schnell viele neue Freunde gefunden. Findet ihr ihn auf dem Foto?

Allgemein ist es in Griechenland schwer Infos online zu finden, wenn man kein Griechisch versteht. Nur wenige Inhalte von Websites werden auf Englisch übersetzt. Aber das kann auch positiv sein, weil man sich dann schnell mit der griechischen Sprache auseinandersetzen muss. Sei es jetzt auf Kino-Websites oder den Seiten von Tauchschulen am Mittelmeer.

Das Essen hier ist sehr fleisch- und pommeslastig, sei es jetzt in der Mensa oder in Restaurants. Da kocht man dann doch gerne auch mal selber. Um Souvlakis kommt man dann aber doch nicht rum. Pita Brote mit Tzatziki, Pommes und ein bisschen Gemüse für 2 €. Diese Zutaten finden sich überall in der Stadt und da muss man nicht lange suchen.

"Gerade die Unterschiede in griechischen und deutschen Alltagssituationen finde ich spannend. Das ist für mich eine Art über den Tellerrand zu schauen."

Dominik Simper

Beim Motorradfahren benutzt hier niemand einen Helm und wenn, dann wird er eher in der Hand gehalten als auf dem Kopf getragen. Auch ein Unterschied zu Deutschlands Straßen: Fahrrad fährt hier so gut wie keiner. Zu gefährlich. Und ein Rauchverbot habe ich hier nirgendwo entdeckt: Man darf eigentlich überall rauchen, selbst in der Uni während der Vorlesungen.

Die Geschichte ist überall zu besichtigen.

Mein Hauptaugenmerk liegt hier jetzt eher nicht darauf, möglichst viele ECTS-Punkte mit nach Hause zu bringen. Gerade ist es mir doch wichtiger, viel mit den Leuten hier zu machen, neue Freunde aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen und viel Englisch zu sprechen. Natürlich habe ich auch vor, Griechisch zu lernen. Die Sprache ist zwar sehr schwer, aber man kommt schnell rein. Das liegt daran, dass es auf der Straße fast ein Muss ist Griechisch zu sprechen, weil man mit Englisch nicht sehr weit kommt. Mit anderen Deutschen habe ich hier eher weniger zu tun, obwohl knapp die Hälfte der Erasmus-Studenten aus Deutschland kommt. Ich suche mehr den Kontakt zu Studenten, die Englisch oder Griechisch sprechen, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern.

Länderinfo: Griechenland

  • Die Hochschulausbildung wird ausschließlich vom Staat organisiert. Das heißt: Private Lehreinrichtungen im Hochschulbereich sind bislang nicht zulässig.
  • Die nationale Universität Kapodistrias in Athen (http://en.theol.uoa.gr/) ist die älteste (1837 gegründet) Universität und mit rund 84.000 Studierenden auch die größte Universität Griechenlands.
  • Für Griechen, Stipendiaten und für Studierende aus Ländern, in denen Griechen keine Studiengebühren zahlen müssen, ist das Studium gebührenfrei (zum Beispiel für deutsche Studenten). Von anderen Ausländern werden Studiengebühren verlangt – die Höhe wird von den jeweiligen Universitäten festgelegt.
  • Die Unterrichtssprache ist meistens Griechisch. Studierende aus dem Ausland sollten also ausreichend Griechischkenntnisse mitbringen.

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