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Geld verdienen Wie gut sind flexible Nebenjobs?

Zeitarbeit hat für Studenten Vorteile: Du kannst flexibel nebenbei Geld verdienen, ohne dich langfristig zu verpflichten. Nur, wie ist das mit der Steuer? Musst du irgendwas beim Finanzamt melden? Campus Magazin stellt euch zwei Job-Möglichkeiten vor und klärt die wichtigsten Fragen.

Von: Florian Falzeder

Stand: 14.09.2017

Isabell Elzenbeck ist 28 Jahre alt, studiert Tiermedizin und steht kurz vor dem Physikum. Das heißt: lernen, jeden Tag. Eigentlich auch jede Nacht. Das Problem ist nur: Isabell wohnt in München, der so ziemlich teuersten Stadt Deutschlands, sie hat einen Hund und das BAföG reicht hinten und vorne nicht. Also muss sie, wie zwei Drittel aller Studierenden in Deutschland, nebenbei arbeiten. Ein klassischer Nebenjob, wie Kellnern, geht aber nicht. Denn mehr als einen Tag alle paar Wochen kann sich Isabell nicht freischaufeln, bis die großen Klausuren geschafft sind. Ihre Lösung: Sie arbeitet im Promotion-Bereich.

Isabell macht Promo-Jobs

Das heißt: oft sehr kurzfristige Jobs für ein paar Stunden oder ein paar Tage, bei denen Isabell entweder für ein Produkt wirbt oder sich als Hostess um Leute kümmert (und dabei oft auch für ein Produkt wirbt). Dabei gibt es aber ein paar Dinge zu beachten.

Promo-Jobs online finden

Erstmal muss man einen solchen Job finden. Fast alle, die irgendwas mit Promo zu tun hatten, sind über Promotionbasis.de an ihre ersten Aufträge gekommen. Die Internetseite ist der Marktführer, obwohl sie schon ein bisschen verstaubt aussieht. Daneben gibt es etliche Facebook-Gruppen. Über all diese Kanäle bieten verschiedene Agenturen Jobs an.

Zwischen Student und Arbeitgeber steht nämlich nicht nur ein Mittler, in Form einer Seite oder eines Moderators einer Facebook-Gruppe, sondern auch noch eine Agentur. Fast alle Jobs im Promo-Bereich laufen nämlich über Agenturen.

Beispiel: Ein Getränkehersteller will Werbung machen und schickt eine Handvoll Studentinnen und Studenten mit dem Produkt auf Promo-Tour durch Deutschland. Dann beauftragt das Unternehmen eine Agentur, die schreibt den Job auf einem Portal aus, und darüber kann man sich dann bewerben.

Abrechnung

Die Agentur übernimmt für den Kunden, zum Beispiel den Getränkehersteller, Aufgaben, wie die Suche nach passenden Promotern, also dich und deine Abrechnung. Wobei das nicht so kompliziert ist, weil fast alle Jobs im Promo-Bereich auf Gewerbeschein laufen und damit der Student oder die Studentin selbst abrechnen muss (siehe Kasten).

Gewerbeschein

Auf Gewerbeschein arbeiten, heißt freiberuflich sein. Dafür muss man beim Finanzamt ein Gewerbe anmelden und darf danach, wenn man gearbeitet hat, an Kunden Rechnungen stellen. Auch um die Steuer muss man sich selbst kümmern. Das ist bei Studenten aber unter einem gewissen Freibetrag alles relativ einfach.

Es gibt aber auch noch eine andere Art, flexibel an Geld zu kommen, mit allen Vorteilen, angestellt zu sein, also: möglicherweise Krankengeld oder Urlaubsgeld, alles in allem: ein bisschen mehr Sicherheit. Zeitarbeit lautet das Stichwort. Es gibt klassische Dienstleister in so ziemlich allen Branchen, zum Beispiel für Fahrer oder in Gastro- und Hotelgewerbe. Und dann gibt es Personaldienstleister wie zum Beispiel Studitemps für Studenten.

Studentenjobs im Netz

Auf Seiten wie Jobmensa oder Jobcafé gibt es allerlei Job-Angebote. Die sind dann entweder Annoncen von anderen Unternehmen oder vom hauseigenen Personaldienstleister. Letzteres hat wiederum den Vorteil, dass man für einen Arbeitgeber mehrere Jobs machen kann und man nicht ständig von Neuem seine Daten an neue Unternehmen geben muss.

Fest angestellt

Über Personaldienstleister für verschiedene Kunden arbeiten, funktioniert wie die Arbeit zum Beispiel als Werkstudent. Man arbeitet für einen Auftraggeber, der übernimmt die gesamte Abrechnung. Je nachdem, wieviel man verdient, kann es sein, dass man auch hier eine Steuererklärung machen muss. Das lohnt sich aber in jedem Fall.

Ob freiberuflich im Promo-Bereich oder fest angestellt für Personaldienstleister, im Endeffekt bieten beide Arten zu arbeiten vor allem einen Vorteil: Man kann schnell und flexibel an Geld kommen und in der Prüfungs- oder Urlaubszeit auch einfach mal nichts machen.

Kurzfristige Beschäftigung

Die meisten Promotion-Jobs laufen übrigens auf Gewerbeschein. Bei Jobs auf Messen zum Beispiel gibt es aber öfters eine sogenannte kurzfristige Beschäftigung. Das liegt an einer arbeitsrechtlichen Finesse, der Weisungsgebundenheit, was nichts anderes heißt als: Der Arbeitgeber darf einem vorschreiben, wann man wo arbeiten muss. Dafür hat er aber auch Pflichten und muss einen anstellen.

 


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