ARD-alpha - Campus Cinema


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"Trennen lernen" von Romina Ecker Mit Film und Farbe einen Schlussstrich ziehen

Romina Ecker ist Drehbuchstudentin an der HFF München. Der erste selbstgedrehte Film in diesem Studiengang muss eine Dokumentation sein. Eine Vorgabe, die bei Romina Ecker zu einem sehr persönlichen Ergebnis geführt hat. Denn was lässt sich besser dokumentieren als das eigene Leben?

Von: Bettina Dunkel

Stand: 09.08.2017

"Es hat einfach angefangen." Mit diesem Satz beginnt die performative Kurzdokumentation "Trennen lernen" von Romina Ecker. Während eine Mädchenstimme aus dem Off vom Anfang einer Beziehung zu erzählen beginnt, sieht man eine Frau, die in einem kargen Raum an einer Leinwand arbeitet. Sie illustriert, was die Erzählerin wiedergibt. Wenn von einem Foto die Rede ist, hängt sie es an die Wand. Geht es um die allmählich reifende Beziehung, zeichnet sie einen die Kommunikationsbasis darstellenden Laptop. Geht es um die die wachsende Distanz, zeichnet sie mit breiten Pinselstrichen ein leeres Bett. Und am Ende? Ist die Beziehung kaputt. Die Erzählerin schweigt. Und lediglich die Bilder sprechen.

Persönlicher Rückblick auf eine gescheiterte Beziehung

Zum Schluss war Romina Ecker selbst sehr überrascht. Intim ist ihr erster Film geworden, fast zu intim, wie sie findet. Schließlich geht es um eine echte Beziehung, von der sie in "Trennen lernen" erzählt. Um ihre Beziehung. Romina ist es auch, die in der Kurzdoku zu sehen ist. Und es ist ihre Stimme, die man aus dem Off erzählen hört. Während dem Dreh hatte sie sich darüber keine Gedanken gemacht. Schließlich wollte sie etwas Echtes und Ehrliches schaffen, etwas mit dem sie sich wohlfühlt. Dass der Film am Ende aber nicht nur von ihr gesehen wird, realisierte sie erst, als er fertig war.

Aber auch das gehört zum Lernprozess während dem HFF-Studium. Romina weiß jetzt, dass sie bei ihrem nächsten Film eine andere Herangehensweise wählen wird. Nicht, weil sie unzufrieden ist mit dem Ergebnis, sondern weil sie immer wieder neue Dinge ausprobieren möchte. Eine Erkenntnis, die dem Ende einer Beziehung durchaus ähnlich ist. Denn auch dort ist das Ende immer der Anfang von etwas Neuem.

Über Romina Ecker

Romina Ecker wurde 1991 geboren und ist seit 2013 Drehbuchstudentin an der HFF München. Die Liebe zum Film wurde durch ihre Familie geprägt, in der Filme immer als Gemeinschaftserlebnis, als etwas Besonderes zelebriert wurden. Dass sie ihre kreative Ader nicht nur privat ausleben will, merkte sie beim Studium der Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der LMU München. Denn das war ihr zu theoretisch. Also bewarb sie sich an der Hochschule für Fernsehen und Film.

"Trennen lernen" ist ihr erster Film, weitere sollen folgen. An Stoff mangelt es ihr nicht, seit Studienbeginn arbeitet sie an mehreren Kurz- und Spielfilmen. Eine ihrer Drehbuchideen ist gerade in Entwicklung, eine weitere war bei der Berlinale 2015 für den Fox New Talent Award nominiert. Neben Filmen macht sie außerdem Musik.


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