ARD-alpha - Campus Cinema


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„NABILAH“ Ein deutscher Soldat gerät in Afghanistan in einen kulturellen Konflikt

Campus Cinema stellt einen preisgekrönten Kurzfilm der Hochschule für Fernsehen und Film München vor: Nabilah, eine hochpolitische Geschichte über einen deutschen Soldaten, der in Afghanistan in einen Konflikt zwischen der eigenen Verantwortung und den archaischen Traditionen des muslimischen Landes gerät.

Von: Florian Kummert

Stand: 10.10.2017

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit, die sich 2004 im Norden Afghanistans zugetragen hat und erzählt von einem interkulturellen Konflikt, der immer bedrohlichere Ausmaße annimmt und schließlich in einer Tragödie endet. 

"Es war mir wichtig beide Seiten des interkulturellen Konfliktes so zu zeichnen, dass man sieht: alle versuchen das Beste, aber scheitern an der Kommunikation. Was mir thematisch bei dem Film wichtig war, war herauszustreichen, dass man nicht nur mit der westlichen Perspektive irgendwo hinkommen und sagen kann, wir machen es genau richtig, sondern ich wollte beleuchten, dass man offen sein muss, aber auch vorsichtig in der Interaktion mit anderen. Außerdem finde ich es interessant, dass der Zuschauer hin- und hergerissen ist und sagt: ich verstehe den deutschen Soldaten, aber sehe den Konflikt unausweichlich auf ihn zukommen. Der Film soll zum Dialog anregen: wie kann man deutsche Soldaten, gerade in Afghanistan, besser briefen, besser in eine andere Kultur einführen?"

Paul Meschùh, Regisseur

„Nabilah“ – der Film

Die junge Afghanin Nabilah wird bei einem Unfall schwer verletzt. Während ihr jüngerer Bruder Hassan Hilfe holt, wird sie von deutschen Soldaten geborgen und mitgenommen. Doch der Kontakt zu ausländischen Männern, welcher Art auch immer, ist innerhalb der Dorfgemeinschaft tabu. Als Hauptfeldwebel Kraus sich nach der Rettung auf die Suche nach Hassan macht und im Heimatdorf der Familie Nabilahs Aufenthaltsort bekannt gibt, weiß er noch nicht, welche Konsequenzen dies haben wird…

Trailer:

"Gedreht haben wir den Film komplett in Bayern, auch wenn es ein Wahnsinnsaufwand war, den Norden Afghanistans nachzustellen. Wir haben in einem Steinbruch in Solnhofen das verschneite Bergdorf aufgebaut. Wir hatten zudem die Unterstützung einiger Bundeswehrsoldaten, die uns wahnsinnig geholfen haben, alles so realistisch wie möglich nachzubauen. Alles, was wir an Ausstattung hatten, kam von privaten Sammlern. Es gibt tatsächlich private Panzersammler in Bayern." Paul Meschùh, Regisseur

 Filminfo

Originaltitel: Nabilah (D, 2014)
Regie: Paul Meschùh
Drehbuch: Aydin Alinejadsomeeh, Paul Meschùh
Darsteller: Nicholas Reinke, Maria Rui, Amin Nasir, Sobi Darcal
Länge: 23 Minuten
Produktion: Ko-Produktion des BR mit Sparkling Pictures, HFF München & Therese Seemann Art-Media Österreich

 Paul Meschùh – der Regisseur

Paul Meschùh, hat Spielfilm-Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München studiert. Von seiner Jugend bis heute realisierte er über fünfzehn fiktionale Kurzfilme als Autor und Regisseur. Mit vielen seiner Arbeiten war er, z.B. mehrmals auf der Diagonale, den Hofer Filmtagen sowie dem Filmfestival Max Ophüls vertreten und gewann 2015 den Sprungbrett Preis für den Besten Kurzfilm des Filmfestivals Landshut. Globale politische Themen im Gewand emotionaler und persönlicher Erzählungen stehen im Fokus seiner künstlerischen Arbeit. Ein Regisseur, der Wert auf die gesellschaftliche Relevanz seiner Filme legt, sich jedoch nicht davor scheut, diese mit hohen ästhetischen Ansprüchen umzusetzen. 2016 hat Paul Meschùh, sowohl in München als auch Wien lebend, mit seinem Abschlussfilm „Boat People“ sein HFF-Studium beendet. Aktuell arbeitet er an seinem Langfilm-Debüt „Danke Dritte Welt“, dessen Drehbuch er in der Drehbuchwerkstatt München entwickelt hat. 

"Der politische Film liegt mir sehr am Herzen und ist das Einzige, was ich wirklich machen möchte. Es ist mir immer wichtig, mit Filmen Fragen zu stellen und ich habe ganz viele Fragen an die Menschen, wenn es um Politik geht. Wir leben auch in hochpolitischen, teilweise zerrütteten Zeiten. Es bewegt sich wahnsinnig viel und ich glaube, dass, - wenn man Fragen stellt und Themen anstößt - Dialog entsteht, der sich positiv entwickeln kann. Man braucht allerdings Geduld, denn es ist alles andere als leicht, solche Filme finanziert zu bekommen."

 Paul Meschùh, Regisseur

Link zu Paul Meschùhs Abschlussfilm an der HFF München:

 


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