ARD-alpha - Campus Cinema


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Campus Cinema "TELL ME MR. LO“ und "LIFTBOY“

Zwei Erstlingswerke von Studenten der HFF München, die in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen feiert: der eine "LIFTBOY“, eine schwarzhumorige Thrillerkomödie von Anne Heinze, die an der HFF Regie studiert, der andere "TELL ME MR. LO“, ein Dokumentarfilm von Drehbuchstudentin Maya Duftschmid, portraitiert einen Clown der besonderen Art.

Von: Campus Cinema

Stand: 25.09.2017

"TELL ME MR. LO“ und “LIFTBOY” sind zwei so genannte Film 01-Projekte von HFF-Studentinnen, die an der Hochschule unter strengen Bedingungen entstehen:

Die Filme mussten analog und in Schwarz-Weiß gedreht werden und durften 15 Minuten Länge nicht überschreiten. "Diese Vorgaben sollen die Studenten schützen", so die Dozenten der HFF München. Gerade im ersten Studienjahr sei es besonders wichtig für die Studierenden, innerhalb der eigenen Möglichkeiten zu bleiben. Selbst die strengsten Vorgaben bewahren die Studenten nicht vor Rückschlägen und Enttäuschungen die das Filmemachen so mit sich bringen.

Dokumentarfilm, „TELL ME MR LO“ von Maya Duftschmid

Maya Duftschmid musste als ersten Film - wie in der Drehbuchabteilung üblich - einen Dokumentarfilm abliefern. Die Arbeit an Dokumentarfilm - so die Auffassung der Drehbuchprofessoren - schärft die Beobachtungsgabe, die nötig ist, um gute Geschichten schreiben zu können.

„Ich wollte eigentlich einen Dokumentarfilm über einen Zirkusclown hier im Circus Krone drehen und bin schon relativ ausführlich im Kontakt gewesen. Das war dann leider nicht so einfach, denn der Clown hat Preise gewonnen, wurde von Presseanfragen überschwemmt, und dann hieß es, ja die kleine Filmstudentin, das geht jetzt doch nicht. Das war zwei Wochen vor Dreh, also musste ich mich schnellstens umgucken, und hatte mich aber auf das Thema Clown als Kunsthandwerk festgelegt. Und so habe ich Lorenzo gefunden, der als „Papierclown“ auftritt. Neben ihm kenne ich nur noch einen weiteren Papierclown hierzulande. Eine relativ seltene Kunst also.“ Maya Duftschmid, Drehbuchstudentin

Synopsis des Films: "TELL ME Mr. LO"

Lorenzo Torres liebt Papier und er liebt den Zirkus. Im Privaten ist er ein zurückhaltender Weltmann, von Beruf ein Clown mit vielen Gesichtern und vor allem raschelnden Gewändern. Was ihn das Leben am meisten gelehrt hat? Sich und andere zu überraschen! Mr. Lo nimmt uns mit auf eine Fahrt in seinem Weltenkarussell. Ein Bilderbuch in Schwarz-weiß.

Kurzdokumentarfilm 2016, Länge: 8.14 min

Regie: Maya Duftschmid / Kamera: Felix Riedelsheimer / Protagonist/in: Lorenzo Torres, Serge Njiné / Herstellungsleitung: Anna Katharina Brehm / Producer: Tanja Schmidbauer / Schnitt: Maya Duftschmid, Felix Riedelsheimer / Ton: Tanja Schmidbauer / Mischung: Gerhard Auer / Musik: Maria Maier (Klavierstück von Erik Satie) / sonstige: Michl Bloching (Setrunner)

1. Platz beim Dok.fest München 2017
DOK.education Dokumentarfilmpreis für junge Menschen
Unter dem Motto DAS ANDERE SEHEN veranstaltete DOK.education 2017 einen bayernweiten Wettbewerb für junge FilmemacherInnen zwischen 14 und 24 Jahren.

Vom Dokumentarfilm kommen wir zum Spielfilm.

Kurzspielfilm "LIFTBOY“ von Anne Heinze

Der Film handelt von einer ungewöhnlichen Begegnung zweier alter Bekannter in einer Tankstelle auf dem Land, die anders ausgeht, als der Zuschauer vielleicht erwartet. Regisseurin Anne Heinze vermischt darin Thriller- und Komödienelemente. Sie selbst wurde zu dem Stoff beim Besuch des Film School Fest Munich inspiriert. Sie schaute sich internationale Filmhochschul-Produktionen an und da machte es Klick. Anne Heinze kann sich sowohl für das Arthouse-Kino begeistern wie für die romantische Mainstream-Komödie.

Synopsis des Films: "LIFTBOY"

"Nummer 3 und 'n Kaffee, schwarz."  So klingen für Joe gestorbene Zukunftsträume. Nacht für Nacht sitzt er seine nicht enden wollenden Schichten in der schäbigen Provinz-Tankstelle ab. Tropfende Zapfsäulen anstelle feiner Künste. Als er jedoch auf einen asthmatischen Räuber trifft, scheinen Joe's Zukunftsaussichten plötzlich in ganz anderem Licht- und nicht nur seine eigenen.  Es braucht nur etwas mehr Kaffee und ein kleines Plüsch-Schwein.

Kurzspielfilm 2016, Länge: 12 min

Produktionsfirma: Walking Ghost Film / Produzent: Kevin Anweiler, Philipp Straetker / Regie: Anne Heinze / Drehbuch: Anne Heinze, Carolina Zimmermann / Kamera: Florian Strandl / Schnitt: Anne Heinze / Ton: Bertholt Kröker, Gerhard Auer, Michael Ciesielski, Jose Santos / Musik: Dominik Matzka / Besetzung: Angelika Bender, Sebastian Edtbauer, Ludo Vici, Lennart Eger

Gedreht wurde Liftboy an einer kleinen Tankstelle in Moosach, die abends und an den Wochenenden geschlossen hatte. Ein Raum, in dem der ganze Film spielt, eine Herausforderung für Kamera und Regie.

"Wir sind 10 Studenten, die in unserem Jahrgang in der Regieklasse genommen wurden. 10 vom Alter und der Herangehensweise ganz unterschiedliche Typen. Aber gerade das macht es so spannend. So können wir uns sicher sein, dass 10 ganz unterschiedliche Filme mit ganz eigener Handschrift herauskommen."

Anne Heinze, Regisseurin


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