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Philosoph Türcke, Christoph

Prof. Dr. Christoph Türcke ist Theologe und Philosoph und lehrte bis 2014 Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Sein jüngstes Buch beschäftigt sich mit der Rolle des Lehrers: "Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet" (2016).

Stand: 17.05.2016 | Archiv

"Das ist jedenfalls die ganz große Versuchung: dass man einfach überschnappt, wenn man Philosoph ist. Ich würde sagen, die gegenwärtige Situation der sogenannten Königsdisziplin ist einfach die, dass sie eine Inflationsdisziplin geworden ist, weil eben von allem Möglichen eine Philosophie gemacht wird – übrigens auch von dafür ganz unberufenen Leuten. Es gibt doch heutzutage kein größeres Unternehmen mehr, das ohne eine eigene Unternehmensphilosophie auskommen will. Dahinter findet sich dann z. T. ganz Triviales, nämlich z. B. die Frage: Wie maximieren wir mit schönen Worten die Rendite? Das nennt sich dann Philosophie. Während meiner Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule wollten meine Studenten natürlich wissen, warum sie an der Kunsthochschule einen Philosophen brauchen. Da musste ich erst einmal ganz deutlich machen: 'Leute, worum es hier nicht geht, ist, dass ich euch ein kleines Bildungsprogramm offeriere, mit dem ihr dann bei euren Vernissagen schön daherreden könnt. Darum geht es hier definitiv nicht.'"

Christoph Türcke

Christoph Türcke im Gespräch mit Dr. Michael Appel Format: PDF Größe: 69,06 KB

Zur Person

  • Geboren
  • 4. Oktober 1948 in Hameln
  • Schule
  • 1966 Abitur in Hameln
  • Ausbildung
  • 1966-1972 Studium der Evangelischen Theologie in Göttingen, Tübingen und Zürich
  • 1. Theologisches Examen an der Universität Zürich
  • Vikar bei der Evangelischen Landeskirche Zürich
  • 2. Theologisches Examen bei der Evangelischen Landeskirche Zürich
  • 1973-1977 Philosophiestudium an der Universität Frankfurt
  • 1977 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Frankfurt
  • Beruf
  • Hochschullehrer

Funktionen und Ämter

  • Aktuelle Funktion
  • Autor
  • Ämter/berufliche Stationen
  • 1972 Ordination zum Pfarrer in Zürich
  • 1975-1977 Lehrbeauftragter für Evangelische Religionslehre am Wöhler-Gymnasium in Frankfurt
  • 1977-1986 wissenschaftlicher Assistent / Hochschulassistent an der Hochschule Lüneburg im Fach Evangelische Theologie/Religionspädagogik
  • 1985 Habilitation für Philosophie an der Gesamthochschule Kassel
  • 1985-1995 Privatdozent für Philosophie, insbesondere Religionsphilosophie an der Gesamthochschule Kassel
  • 1987 Gastregisseur am Jungen Theater Göttingen
  • 1993-2014 Professor für Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
  • 2009 Sigmund-Freud-Kulturpreises

Veröffentlichungen

  • Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet, München: Beck, 2016.
  • Mehr! Philosophie des Geldes, München: Beck, 2015.
  • Der tolle Mensch. Nietzsche und der Wahnsinn der Vernunft, Springe: zu Klampen, 2014.
  • Hyperaktiv! Kritik der Aufmerksamkeitsdefizitkultur, München: Beck, 2012.
  • Jesu Traum. Psychoanalyse des Neuen Testaments, Springe: zu Klampen, 2009.
  • Philosophie des Traums, München: Beck, 2008.
  • Heimat. Eine Rehabilitierung, Springe: zu Klampen, 2006.
  • Vom Kainszeichen zum genetischen Code: Kritische Theorie der Schrift. München: Beck, 2005.
  • Fundamentalismus – maskierter Nihilismus, Springe: zu Klampen Verlag, Springe 2003.
  • Erregte Gesellschaft. Philosophie der Sensation, München: Beck, 2002.

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