ARD-alpha - alpha-Campus


17

Hochschule Coburg Produktdesign: Kreativität statt Kosmetik

Der Bedarf an Designstudenten mit interdisziplinärer Ausbildung steigt. Genau diese Voraussetzung und außerdem einen engen Praxisbezug bringt mit, wer an der Hochschule Coburg das Fach Produktdesign studiert.

Von: Tom Fleckenstein

Stand: 24.08.2012

Der Studiengang "Integriertes Produktdesign" verbindet eine stark interdisziplinäre Ausrichtung mit einem engen Bezug zur Praxis. Neben den "klassischen" Designstudieninhalten wird auch Marketing, BWL, Materialkunde, Technologie und Sozialwissenschaften vermittelt. Das Bachelor-Studium dauert sieben Semester, inkl. Praxissemester. Den Master kann man anschließend in vier Semestern ablegen.

Das Auswahlverfahren

Produktdesign-Studie

Im Gegensatz zu anderen Kunst- und Design-Studiengängen müssen sich die Interessenten für das Studium "Integriertes Produktdesign" an der Hochschule Coburg nicht mit einer Mappe bewerben. Sie müssen aber ihr ästhetisches Talent in einem speziellen Auswahlverfahren unter Beweis stellen. "Wir wollen feststellen, ob die Bewerber räumlich denken können", erklärt Professor Wolfgang Schabbach. Im Test sollen die angehenden Studenten aus verschiedensten Materialien Objekte bauen und Skizzen zeichnen.

Die Studieninhalte

Voraussetzungen für das Studium sind die Allgemeine Hochschulreife, also Abitur oder die Fachhochschulreife. In den ersten Semestern wird handwerkliches Können mit gestalterischer Kreativität verknüpft. Die Studierenden lernen ebenso mit einer Fräsmaschine, wie auch mit einem computergestützten CAD-Programm umzugehen. Theorie und Geschichte der Gestaltung und des Designs werden ebenfalls im Studium vermittelt. Weitere Fächer im Grundstudium, das vier Semester umfasst, sind Wahrnehmungspsychologie und Werkstoffkunde. Während der Praktika in zahlreichen Unternehmen der Industrie steht dann der Praxisbezug im Vordergrund. Im dreisemestrigen Hauptstudium wird das Fach "Entwerfen und Konstruieren" vertieft. In Projektarbeiten müssen die Studierenden innovative Produktideen entwickeln.

Die Berufsaussichten

Der Bedarf an Designstudenten mit interdisziplinärer Ausbildung steigt. Denn zunehmend benötigen die Unternehmen Mitarbeiter, die nicht nur gestalten können, sondern auch mit Ingenieuren und Finanz-Experten  eine gemeinsame Sprache und Strategie entwickeln. Die Absolventen der Coburger Hochschule zeichnet eine hohe Schnittstellenkompetenz aus. Viele Absolventen machen sich auch selbstständig mit einem eigenen Designer-Büro.

Komplexe Kreativität

Ausstellungsstück bei den Coburger Design-Tagen

Einmal pro Jahr stellt sich die Hochschule der Öffentlichkeit vor. Die Coburger Design-Tage haben sich mit 10.000 Besuchern zu einem Publikumsrenner entwickelt. Von Designermöbeln bis zu futuristischen Ideen - alle ausgestellten Produkte stammen von den kreativen Studierenden. "Es geht nicht darum, die Dinge aufzuhübschen", erklärt Dekan Wolfgang Schabbach. "Wir sind keine Kosmetiker. Design kratzt nicht an der ästhetischen Oberfläche, es wurzelt viel tiefer. Dazu braucht es mehr als Kreativität, nämlich eine geplante, strukturierte und systematische Herangehensweise." In Coburg lernen die derzeit 450 Studenten, Design als mehrstufigen Prozess zu denken und umzusetzen und machen die dabei Erfahrung, dass Kreativität auch sehr komplex sein kann.

Kontakt

Hochschule für angewandte Wissenschaften
Fachhochschule Coburg
Postfach 1652
96406 Coburg
Tel.: 0 95 61 / 317 0


17