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Münchner Wissenschaftstage 2016 Moderne Heilbäder- und Kurortmedizin

Was hat die Gesundheit mit dem Wasser zu tun?

Stand: 17.05.2017

Bereits im 18. Jahrhundert wurde begonnen, Krankheiten mit kaltem oder erwärmtem Meerwasser zu behandeln. Im deutschen Sprachraum bekannt wurde die Wasserkur aber erst durch Sebastian Kneipp. Als der Priester und Naturheilkundler 1846 an Tuberkulose erkrankte, badete er wöchentlich zwei- bis dreimal in der eiskalten Donau und übergoss sich regelmäßig mit Wasser. So entdeckte er die heilsamen Wirkungen von Wassertherapien.
Während seines Studiums in München übte Kneipp sich bereits täglich in Wasseranwendungen und behandelte auch erkrankte Kommilitonen. Als die Cholera in Schwaben wütete, waren die Kneippschen Wasseranwendungen bereits regional bekannt.
Gegen anfängliche Widerstände, vor allem von schulmedizinischer Seite, konnte sich Sebastian Kneipp durchsetzen. 1889 sind bereits 4.000 Heilsuchende nachgewiesen, die ihn konsultierten. Er behandelte Erzherzog Joseph von Österreich und Ungarn sowie Papst Leo XIII. Inzwischen musste die Schulmedizin die heilsamen Wirkungen der Kneippschen Therapien anerkennen. Allein in Deutschland existieren heute über 600 Kneippvereine mit etwa 160.000 Mitgliedern.

Gliederung

  • Naturheilverfahren
  • Kur als Vorsorgeleistung
  • Kur als Rehabilitationsmaßnahme
  • Kneipptherapie
  • Hydrotherapeutische Effekte
  • Techniken der Kneipp-Kur
  • Mineral- und Thermal-Heilwässer
  • Badekuren und Thalassotherapie
  • Wissenschaftliche Projekte

Die Referentin

Prof. Dr. Dr. Angela Schuh ist Meteorologin und Professorin für Medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihre Arbeitsschwerpunkte am Lehrstuhl Public Health und Versorgungsforschung liegen in den Bereichen Kurortmedizin, Kurkonzepte und Heilmittel-Anwendungen. Sie entwickelt Therapien, die auf der Verwendung von Wasser basieren, und untersucht unter anderem Krankheitssymptome, die mit Wetterfühligkeit in Zusammenhang stehen.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 16. Münchner Wissenschaftstage war  "Wasser - Ressource des Lebens". Sie fanden vom 12. bis 15. November 2016 statt.


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