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Collegium Alexandrinum Gerechtigkeit und Wohlfahrt

Gerechtigkeit regelt die Beziehung von Menschen untereinander und sorgt für ein friedliches Zusammenleben. Doch was ist tatsächlich gerecht, und ist es immer gut, gerecht zu sein?

Stand: 01.12.2017

Gerechtigkeit wird normalerweise als eine zentrale Tugend von Einzelpersonen und sozialen Ordnungen angesehen und ist durch die Einhaltung strikter Regeln gekennzeichnet. Diese sollen „ohne Ansehung der Person“ eingehalten werden, selbst wenn das keinen Nutzen für die Betroffenen und im Einzelfall sogar negative Folgen hat. Ist diese Unparteilichkeit immer moralisch richtig, wenn die Besonderheiten des Einzelfalls ignoriert werden? Professor Erasmus Mayr geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob es immer gut ist, gerecht zu sein. Dafür untersucht er die unterschiedlichen Arten von moralischen Gründen und Prinzipien, die dahinterliegen.

Gliederung des Vortrags

  • Gerechtigkeit als „Kardinaltugend“ für den zwischenmenschlichen Umgang?
  • Gerechtigkeit, Liebe und allgemeiner Nutzen
  • Gerechtigkeit und Unparteilichkeit
  • Abzuwägende Güter oder Begrenzungen?

Prof. Dr. Erasmus Mayr ist Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich mit der Handlungstheorie, den grundlegenden Fragen der Ethik und Metaethik sowie der Politischen Philosophie und der Rechtsphilosophie.

Die Sendereihe

Die Frage nach gesellschaftlicher Gerechtigkeit wird seit Jahren intensiv diskutiert, etwa wenn es um die wachsende Konzentration der Vermögen in den Händen einiger Weniger geht, um die steigende Armut in den eigentlich wohlhabenden Industriestaaten, die Chancenungleichheit in den Bildungssystemen oder die ungleiche Entlohnung von Frau und Mann. In vier Vorträgen werden diese Fragen von namhaften Wissenschaftlern aus philosophischer und wirtschaftlicher Perspektive erläutert und mit aktuellen Forschungsergebnissen belegt.


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