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Wissenschaftstage 2014 Ein Internet der gläsernen Bürger?

Netzaktivisten geben dem Datenschutz gegenwärtig keine Chance. Wie privat ist das Privatleben im digitalen Zeitalter?

Stand: 16.09.2015

Das Bundesverfassungsgericht hat längst klargestellt, dass sich der Schutz des Persönlichkeitsrechts auch auf die Integrität und Vertraulichkeit von IT-Systemen erstreckt. Dennoch sieht sich der Bürger heute einer automatisierten Datenverarbeitung durch staatliche Stellen oder Unternehmen hilflos ausgesetzt, ohne diese Verarbeitungsprozesse mitgestalten zu können. Das Grundrecht auf Datenschutz enthält mehrere Schutzrichtungen: Neben der Privatsphäre schützt es vor missbräuchlicher Datenverwendung. Eine Datenverarbeitung ist nur erlaubt, wenn sie durch eine Rechtsvorschrift oder durch die Einwilligung der betroffenen Personen gestattet wird. Eine Daten verarbeitende Stelle darf nach dem Prinzip der Zweckbindung persönliche Angaben nur für legitime Zwecke verwenden. Auf diese Weise soll der Einzelne zumindest im Großen und Ganzen ein realistisches Vorstellungsbild davon behalten können, wer seine Daten wann und zu welchen Zwecken verwendet. Leider sind die Nutzer so genannter neuer Medien oft zu nachlässig in der Preisgabe persönlicher Daten und bei der Nutzung von Suchmaschinen.

Dr. Thomas Petri ist der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz.

Die Sendereihe "Münchner Wissenschaftstage 2014"

Wohin geht unsere digitale Reise? Einblicke in die neuesten digitalen Technologien und ihre Auswirkungen auf Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gaben die Münchner Wissenschaftstage 2014. Bei dieser Vortragsreihe referieren Wissenschaftler über die Veränderungen durch das Internet und die Digitalisierung in allen Bereichen der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Dabei werden auch künftige Entwicklungen aufgezeigt.


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