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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Pingyao (China) - Geld und Götter hinter hohen Mauern

Innenhof des Bankgebäudes in Pingyao. | Bild: BR/SWR/Mahlmann

Samstag, 13.01.2018
19:00 bis 19:15 Uhr

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Die Handelsstadt Pingyao sieht heute noch so aus, wie fast alle chinesische Städte vor 300 Jahren. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Schatten einer hohen, mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten Dächer der Tempel stehen hervor. Pingyao verdankt seinen Aufstieg dem Reichtum der Kaufleute und dem Bankwesen. Hier wurde die erste Bank Chinas gegründet, hier wurden Papiergeld und Schecks eingeführt, mit denen dann im ganzen Land Handel betrieben wurde. Der Tempel des Reichtumsgottes ist also nicht zufällig der Prächtigste der Stadt. Sein Weiterbestehen in den alten Mauern verdankt Pingyao der Armut. Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung die Handelswege änderten, verlor Pingyao an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert war Pingyao zu arm, um wie fast alle Städte im Land, die den Verkehr behindernden Mauern abzureißen. Pingyao blieb erhalten und man kann heute hier nachspüren, wie das alte China gelebt hat. Daß die beiden großartigen buddhistischen Tempel außerhalb der Stadtmauern die Stürme der Revolution und der Kulturrevolution im 20. Jahrhundert überstanden haben, ist der Liebe und dem Stolz der Pingyaoer auf ihre alte Kultur zu verdanken. Versteckt unter Getreidebergen überdauerten seltene Fresken und außergewöhnliche Skulpturen die Zeit. Pingyao gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe.

Redaktion: Gábor Toldy