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Zum 50. Todestag von Konrad Adenauer Konrad Adenauer - Stunden der Entscheidung

Konrad Adenauer (Joachim Bißmeier) und seine Frau Gussie (Carolina Vera). | Bild: © SWR/SWR/Richard Eckes, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung "Bild: SWR/SWR/Richard Eckes" (S2). SWR-Pressestelle/Fotoredaktion, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22287, Fax: -929-22059, foto@swr.de.

Freitag, 21.04.2017
21:00 bis 22:30 Uhr

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ARD-alpha
Deutschland 2012

13. August 1961: Beunruhigende Nachrichten erreichen den Bundeskanzler Konrad Adenauer in den frühen Morgenstunden: An der Grenze zum sowjetisch besetzten Ostsektor in Berlin wird Stacheldraht ausgerollt. Noch ahnt keiner, was das zu bedeuten hat, doch Adenauer weiß, dass er handeln muss. Alle erwarten, dass er nach Berlin fährt - doch wäre das richtig? Konrad Adenauer musste in seinem langen politischen Leben viele einsame Entscheidungen fällen, doch diese ist vielleicht die folgenschwerste.

Wer war dieser Mann, der das Nachkriegsdeutschland geprägt hat wie kein anderer? Der Film begleitet ihn von seiner Zeit als Oberbürgermeister der Stadt Köln über den Tiefpunkt während der Zeit des Nationalsozialismus. Ihn erlebt Adenauer schon in einem Alter, das den Rückzug gerechtfertigt hätte, doch er engagiert sich in der CDU, steigt zur prägenden politischen Figur der europäischen Nachkriegszeit auf. Für seine Politik sucht er sich Mitkämpfer – in der Bundesrepublik, aber auch in den USA und in Frankreich. Er muss wichtige Schlachten im Inneren schlagen, Wahlkämpfe erfolgreich führen, die Aufrüstung gegen großen Widerstand durchsetzen und die Mehrheiten für seine Ziele schaffen.

Der Bau der Mauer 1961 ist Höhepunkt und zugleich Wendepunkt von Adenauers Macht. Er muss einsehen, dass seine Politik der Stärke gegenüber dem Osten die politische Einheit nicht erzwingen kann. Nicht er, sondern Kennedy, der moderne, um Verständigung bemühte Politiker wird die neue westdeutsche Leitfigur.

"Konrad Adenauer - Stunden der Entscheidung" zeigt den Kanzler nicht nur als politischen Kämpfer, er lässt den Zuschauer auch den privaten Adenauer erleben, den Patriarchen, der die bürgerlichen Ideale des 19. Jahrhunderts verkörpert: Disziplin, Fleiß, Ordnung, Sparsamkeit. Er zeigt den "Rheinländer" Adenauer, schlagfertig, humorvoll, gelassen. Und er zeigt den "Fuchs", der Menschenkenntnis und Erfahrung gewinnbringend für seine Ziele einsetzt. Erst in den 1960er Jahren kommt dieser Politiker "alten Schlages" immer mehr in Konkurrenz zum "American way of life", was ihn zunehmend zur "unzeitgemäßen" Persönlichkeit macht.

Grimme-Preis-Träger Werner Biermann hat das Drehbuch zu diesem Dokudrama geschrieben. Etwa 60 Prozent des Films sind Spielszenen. Ergänzt durch Archivmaterial, Interviews mit Zeitzeugen und Historikern und Neudrehs an wichtigen Schauplätzen seines Lebens erzählt der Film bewegende und bezeichnende Geschichten, die dem Publikum einen ganz direkten Zugang zur Person Adenauer eröffnen.

Redaktion: Gábor Toldy

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