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Der Glanz der Schattenwirtschaft

Schneiderin Mariam Bambara, Burkina Faso. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: Bild: BR/Bilderfest. Die Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Freitag, 10.07.2015
20:15 bis 21:45 Uhr

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Deutschland 2015

"Die Schattenwirtschaft wird verachtet als krimineller Schwarzmarkt, dabei ist sie eine wirtschaftliche Supermacht", sagt Robert Neuwirth, ein amerikanischer Autor, der auf der größten Müllkippe Afrikas in der nigerianischen Hauptstadt Lagos steht. Hier wühlen Hunderte Menschen im Abfall einer Millionenstadt nach Verwertbarem. "Zahlen der Weltbank belegen, dass diese informell arbeitenden Menschen zusammen weltweit zehn Billionen Dollar jährlich erwirtschaften. Wären sie Einwohner eines Landes, wäre es nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft", sagt Neuwirth.

Neuwirth hat monatelang bei den Menschen gelebt, die Kunststoffe, Altmetall und Elektroschrott sammeln. Viele verkaufen als Straßenhändler gebrauchte Mobiltelefone oder gefälschte Markenartikel. Sie zahlen keine Steuern, sind nicht registriert und haben keinen Schulabschluss. Schätzungen gehen davon aus, dass allein die Sammler auf der Müllkippe täglich insgesamt 30.000 Dollar erwirtschaften. "Vier von fünf sind informell", sagt Neuwirth, "wenn wir über wirtschaftliches Wachstum in Afrika sprechen, müssen wir über diese informelle Wirtschaft sprechen, nicht über die formellen Unternehmen." Der Wirtschaftswissenschaftler Michael Grimm stützt diese Aussage. Auch für ihn steht fest: ein wirtschaftlicher Aufschwung Afrika geht von diesen informellen Kleinstunternehmern, den Händlern und Handwerkern auf der Straße aus. Sie können mit ihrem Engagement, unternehmerischen Mut und ihrer Kreativität Afrika aus der Armut führen.

Der Film begleitet Robert Neuwirth und Michael Grimm auf ihren Recherchen in der afrikanischen Metropole Lagos und in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos. Die Dokumentation taucht ein in die kaum bekannte Welt der informellen Kleinstunternehmer. "Von den Informellen", so der Sozialökonom Michael Grimm, "kann ein wirtschaftlicher Aufschwung in Afrika ausgehen, der die Armut beendet." Der Film zeigt auch die Probleme der informellen Straßenhändler auf. Sie leiden an mangelhafter Stromversorgung, haben keine soziale und finanzielle Absicherung und sie bekommen keine dringend benötigten Kredite. Und obwohl der Staat immer wieder Steuern eintreibt, kümmert er sich nicht um die Infrastruktur. Stattdessen zerstört er die Lebensräume vieler Unternehmer Im Stadtteil Makoko etwa hat die Polizei in einer Nacht- und Nebelaktion Wohnhäuser ansässiger Fischer und Fischhändler abreißen lassen. Als sie protestierten, wurde ein Gemeindevertreter erschossen. Offizielle Begründung des Abrisses: Verschönerung des Stadtbildes. Doch die Anwohner glauben, dass ihr Grund und Boden für viel Geld an Spekulanten verkauft werden soll. Anstatt unterstützt zu werden, leiden Afrikas Kleinstunternehmer unter Repressalien und schlechter Infrastruktur – und schaffen es doch mit ihrer Kreativität und ihrem Willen die Wirtschaft dort aufzubauen.

Autor: Jan Kerckhoff
Redaktion: Armin Olbrich

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