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Wirtshaustipp Hotel Gasthaus "Schwarzer Bock" in Ansbach

Das Hotel und Gasthaus "Schwarzer Bock" in Ansbach gehört zu der mittelfränkischen Regierungshauptstadt wie die Bratwurst zu Franken. Und damit wären wir auch gleich beim Thema. Denn gerade die Bratwurst wird im "Schwarzen Bock" täglich gefeiert und zwar von Gästen aus der Stadt, der Region und der ganzen Welt! Wolfgang Schneider hat den "Schwarzen Bock" getestet.

Stand: 04.02.2016 | Archiv

Hotel Gasthaus "Schwarzer Bock" in Ansbach, Mittelfranken | Bild: BR/Wir in Bayern

Das Besondere am "Schwarzen Bock"

"Ich finde besonders schön, dass wir mit diesem Hotel quasi in die Ansbacher Stadtgeschichte eintauchen. Ansbach ist die ehemalige Residenzstadt der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und hat eine über 1.250-jährige Geschichte. Und historische Wirtshäuser mit einer langen Geschichte stelle ich besonders gerne vor. Zwei Daten: So um 1.100 wurde die Ansbacher Stadtmauer errichtet. Teile davon finden sich als Fundamente im 'Schwarzen Bock'. Das Haus selbst ist etwa um 1500 entstanden. Es liegt mitten in der Stadt und steht mit seiner barocken Fassade selbstverständlich unter Denkmal- und Ensembleschutz. Woher der Name kommt, ist nicht ganz klar. Vielleicht hat ein früherer Wirt so geheißen oder das Haus wurde schlicht und einfach nach dem Ziegenbock benannt, weil der das Lastentier in der mittelalterlichen Stadt Ansbach war. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts war der 'Schwarze Bock' ein gut bürgerliches Gesellschaftslokal, in dem preußische Beamte und Offiziere verkehrten."

Das Gasthaus von innen

"Das historisch Bürgerliche setzt sich auch 2016 noch im Inneren fort. Es ist ein Gastraum, in dem man wirklich gerne sitzt. Die alten Bodendielen aus Eiche haben Patina und geben der Gaststube etwas Heimeliges. Genau wie die umlaufende Eckbank. Die mächtigen Holztruhen stammen aus der Gründerzeit. Ein spannender Kontrast dazu sind die modernen italienischen Lampen. Insgesamt bieten Gaststube und Nebenzimmer etwa 100 Gästen Platz. Der 'Schwarze Bock' ist auch Heimat für mehrere Ansbacher Vereine."

Küchenart

"Die ist klar und einfach: Es gibt nur Dinge aus der Heimat. In diesem Falle aus Franken und der Pfalz, denn daher stammen die Besitzer, das Ehepaar Appel-Fuhrmann. Es ist eine klassische Wirtshausküche mit Produkten aus der Region, nach Möglichkeit in Bio-Qualität. Der Betrieb ist Mitglied bei 'Slow Food Deutschland' und beim 'Regionalbuffet', einem lokalen Gütesiegel."

Schneiders Hauptspeise

"Seit 1481 gibt es in Ansbach ein Reinheitsgebot für Bratwürste, da musste ich mir natürlich welche bestellen. Aber nicht die Klassiker mit Schweinefleisch, sondern Wildbratwürste aus Reh und Wildschwein. Wild findet sich übrigens, wann immer es geht, auf der Karte, denn Wirt und Wirtin sind ein Jägerehepaar. Hergestellt werden die Würste bei einem Metzger im benachbarten Colmberg. Kurz angebraten und schon ist die Bratwurst fertig. Dazu gibt es - ganz klassisch - Sauerkraut. Das Kraut kommt aus Merkendorf, einer der bekannten Krautgegenden Mittelfrankens, keine 20 Kilometer von Ansbach entfernt. Fast vier Stunden hatte das Kraut vor sich hin geköchelt, gewürzt mit Kümmel, Lorbeer, Nelken, Wacholderbeeren, Salz, Pfeffer, Zucker und abgerundet mit Weißwein und Speck. Für die Bratwürste, das Kraut und die Scheibe Schwarzbrot gilt: einfach, aber gut! Besonderes Schmankerl ist der fränkische Biersenf aus Hirschaid."  

Schneiders Nachspeise

"Die Nachspeisen-Spezialität des Hauses ist der so genannte 'Bock-Schmarrn'. Das sind hausgemachte, süße Spätzle, mit Marzipan, Rosinen und Mandelplättchen angebraten. Dazu eine Kugel Vanilleeis und Zwetschgenröster. Das ist eine pfiffige, süße Sache."

Preise

"Die Wildbratwürste 9,90 Euro, der Bock-Schmarrn 6,90 Euro. Und, um noch eine fränkische Währung zu nennen, das 'Krustenschäuferla' kostet knapp 12 Euro."

Anfahrt

Adresse
Hotel Schwarzer Bock
Pfarrstrasse 31
91522 Ansbach

Telefon: 0981/421240
E-Mail: hotel@schwarzerbock.com
www.schwarzerbock.com

Öffnungszeiten
Täglich von 12 Uhr bis 20:30 Uhr. Bei besonderen Anlässen und vorheriger Reservierung ist die Küche auch bis 22 Uhr geöffnet.

Anreise
Wir sind in der Hauptstadt Mittelfrankens. Von Nürnberg nach Ansbach sind es etwa 60 Kilometer, von München aus ca. 200 Kilometer.

Freizeittipp

"Der Klassiker: eine Stadtführung machen und sich Geschichten über die Historie Ansbachs erzählen lassen. Ansbach ist eine wirklich sehr schöne Stadt mit der markgräflichen Residenz oder der Kirche St. Gumbertus. Sehr beeindruckt und auch durchaus etwas beklommen gemacht hat mich ein Besuch der noch vollständig erhaltenen Synagoge in der Rosenbadstraße. Ein beeindruckendes Zeugnis der jüdischen Kultur in Ansbach. Erbaut wurde sie zwischen 1744 und 1746. Genehmigt vom damaligen Markgrafen mit der Auflage, die Synagoge in einem eher versteckten Winkel zu errichten."


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