BR Fernsehen - Wir in Bayern


18

Wirtshaustipp "Fränkischer Landgasthof Weichlein" in Wachenroth

Wenn der Vater mit dem Sohne ein Gasthof führt und "der Junge" der beste Nachwuchskoch der Republik ist, dann ist pure Gaumenfreude garantiert. Wie bei den Weichleins im mittelfränkischen Markt Wachenroth.

Stand: 20.10.2016 | Archiv

Von außen | Bild: BR

Das Besondere am "Fränkischen Landgasthof Weichlein"

"Ich bin immer ganz angetan, wenn sich in einer Familie die Wirte-Tradition fortsetzt, quasi das Know-How in's Erbgut übergeht. Bei der Familie Weichlein ist genau das der Fall. Seit 1784 sind sie Wirte mit Erich Weichlein schon in der 7.Generation. Mit dem 21jährigen Philipp, der momentan beim Sternekoch Alexander Herrmann angestellt ist, zu Hause aber bereits Verantwortung übernimmt, steht bereits die 8. Generation bereit. Die Grundmauern und auch Teile der Außenmauern des Gasthofes, erbaut 1712, stehen noch. Bis Anfang der 1920er-Jahre wurde hier auch noch Bier gebraut. 1977 wurde aus dem Walmdach ein Fachwerkhaus. Zweifelsohne liegt das Landgasthaus idyllisch, angrenzend an einen großen Karpfenteich und gegenüber dem Schloss Weingartsgreuth."

Der Landgasthof von innen

"Das Innenleben des Gasthauses wurde immer wieder verändert. In den zwei Gasträumen, in denen etwa 100 Gäste Platz finden, dominieren Buche und Fichte. Eine durchaus 'gmiatliche Gschicht' und selbstverständlich gibt es beim Weichlein noch einen Stammtisch, an dem auch gekartelt wird, also ein Dorfwirtshaus, das lebt."

Die Küchenart

"Zunächst einmal ist alles handgemacht - selbst das Eis. Gemüse, Kräuter und Beeren sowie die Blumen für die Dekoration kommen aus dem 1.000 Quadratmeter großen Garten, für den Wirtin Christa Weichlein zuständig ist. Sie verbürgt sich, dass hier keinerlei Chemie zum Einsatz kommt. Als fränkisch modern könnte man den Küchenstil bezeichnen, der von hochwertigen regionalen Produkten geprägt wird. Saisonal ist Selbstverständlichkeit: Hier gibt's keine Erdbeeren im Winter. Küchenmeister Erich Weichlein und sein Sohn Philipp haben den Anspruch, das gastronomische Niveau ständig zu verbessern. Und dazu gehört, Empathie für das, was man tut und die Lust am Ausprobieren. Schön auch mitzuerleben, dass Vater und Sohn ein perfektes Küchenteam sind und der Ältere den Jungen machen lässt."

Schneiders Hauptspeise

"Es gab eine Brust von der Wildente. Geschossen im Aischgrund, denn da schwimmen nicht nur Karpfen. Dieses Gericht war eine Demonstration hochwertiger Küche. Die Beilage, die mit Quittenmus gefüllten Tortellini, selbstverständlich handgemacht. Der Spitzkohl perfekt, lediglich kurz angeröstet und eine Cranberry-Soße, die viele Stunden Zubereitung hinter sich hat. Abgelöscht und aufgefüllt wurde sie mit Brühe und fränkischem Spätburgunder. Denn am guten Wein darf bei einer guten Soße nicht gespart werden. Und immer dabei in dieser Küche, der fränkische Meerrettich als Geschmacksverfeinerer. Kompliment, das war richtig gut."

Schneiders Nachspeise

"Dieses Niveau hat sich bei der Nachspeise fortgesetzt. Ich hab mir den Klassiker des Hauses bestellt: Feines von Himbeere und Schokolade. Da sind dann so wunderbare Dinge auf dem Teller wie ein Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern, eine Nougat-Schokoladenschnitte, karamellisierte Haselnüsse, getrocknete Himbeeren und als kalter Kontrast ein Himbeer-Prosecco- Sorbet."

Preise

Die Wildentenbrust 18,80 €, die Nachspeise 9,50 €. Weitere Hauptgerichte zwischen 6 € (fränkische Bratwürste) und 20 €.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag von 17.30 - 23.00 Uhr, Freitag bis Sonntag von 9.00 bis 14.30 Uhr und von 17 bis 23 Uhr. Am Montag ist Ruhetag.

Anreise

Von Nürnberg aus schnell zu erreichen über die A3, cirka 50 Kilometer. Aus München entsprechend mehr, etwa 220 Kilometer.

Freizeittipp

"Beim Wirt den Schlüssel für die Schlosskirche ausleihen. In einer Minute sind sie da. Das langestreckte Kirchen-Gebäude war bis 1784 Schlossbrauerei. Es erwartet Sie ein kleiner, fast quadratischer sakraler Raum, der mit seiner Schlichtheit beeindruckt. Ganz außergewöhnlich, dass es hier eine Fürstenloge gibt. Außerdem sehr ungewöhnlich: Der Glockenturn steht in einiger Entfernung zur Kirche und war zunächst der Wehrturm des Schlosses, das 1574 erbaut wurde. Gottesdienst ist übrigens am Sonntag um 10.15 Uhr. Pfarrerin Dorothea Zwölfer freut sich über Ihren Besuch. Anschließend dann in den Gasthof Weichlein, das ist sicherlich nicht das Schlechteste an einem Sonntag."


18