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Wandertipp Wanderung zu den Rißloch-Wasserfällen

"Wir in Bayern"-Wanderexperte Georg "Schorsch" Kirner hat einen Wandertipp für echte Naturliebhaber: eine Wanderung durch ein Naturreservat zu den Rißloch-Wasserfällen im Bayerischen Wald.

Stand: 03.06.2016 | Archiv

Wanderung zu den Rißloch-Wasserfällen | Bild: Wir in Bayern

Wie sieht die Wanderstrecke aus?

"Die Wanderung startet am Wanderparkplatz Rißloch in Bodenmais im Bayerischen Wald. Wir folgen dem Wanderweg 'Steiniger Weg' mit der Markierung 'Grünes Rechteck Nr. 2'. Auf gut gesicherten Wegen geht es durch ein Naturreservat, immer wieder vorbei an Wasserfällen.

An einer Weggabelung heißt es 'Rißloch Wasserfälle, Steiniger Weg'. Dort nehmen wir die linke Abzweigung, denn dieser Weg ist interessanter. Er führt aufwärts an dem tosenden Wasser entlang, bis man am oberen Wasserfall angekommen ist. Nachdem man den Schwellbach überquert hat, beginnt der Rückweg zum Ausgangspunkt. Für den Rückweg nehmen wir nicht den 'Steinigen Weg', sondern den normalen Wanderweg."

Was ist das Besondere an dieser Wanderung?

"Die Wanderung führt durch ein Naturwaldreservat, wo die Natur noch sich selbst überlassen ist. Es gibt also keine forstwirtschaftlichen Eingriffe. Die Wasserfälle, die man aus sicherer Entfernung betrachten kann, sind ein ganz besonderes Erlebnis. Sie bilden den absoluten Höhepunkt dieser Wanderung, wenn sie sich mit lautem Donnern in die Tiefe stürzen, speziell jetzt, da die Schneeschmelze noch nicht abgeschlossen ist.

Der erste große Wasserfall, zu dem man kommt, entsteht durch das Zusammentreffen des Arber-, Kleinhütten- und Wildauerbaches. Wenn kurz danach noch der Schwellbach dazufließt, entsteht der Rißbach. Auf einer Länge von ca. 1,6 km stürzen sich nun die vereinten Wassermassen aus ca. 260 Höhenmetern in mehreren Kaskaden über das Felsgestein durch die Rißlochschlucht in die Tiefe und werden somit zu den höchsten Wasserfällen des Bayerischen Waldes - ein Naturschauspiel der besonderen Art.

Die Kaskaden, die zum großen unteren Wasserfall führen, haben mich am meisten begeistert. Den Wanderweg begleitet aber auch eine abwechslungsreiche Flora und Fauna. Edellaubhölzer, Flechten, Moose und eine Blumenvielfalt wachsen und blühen neben Tothölzern, die wieder Lebensräume für Spechte, Kauzarten und viele andere Vogelarten bieten. Immer wieder fällt speziell auf alten, abgestorbenen Buchen der Zunderschwamm auf, ein Holzzerstörer, der das Vermodern des abgestorbenen Lebens beschleunigt - eine echte Naturschönheit."

Für wen ist die Wanderung geeignet?

"Die Wanderung ist für jeden, der über Trittsicherheit und eine gute Grundkondition verfügt, geeignet."

Wie lange dauert die Wanderung?

"Die reine Gehzeit beträgt ca. 3 Stunden."

Welche Einkehrmöglichkeiten gibt es?

"In der Nähe des Wanderparkplatzes, unserem Ausgangspunkt, befindet sich die kleine Privatbrauerei 'Adambräu' mit einem gemütlichen Wirtshaus, in dem man nicht nur eine gute Brotzeit bekommt, sondern auch den hauseigenen 'Hopfenblütentee'."


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