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Recht Sind Versicherungen für Haustiere sinnvoll?

Mittlerweile gibt es unzählige Versicherungen für Hund, Katze & Co. Angefangen bei Krankenversicherungen, über Haftpflicht- bis hin zu Lebensversicherungen. Rechtsanwalt Markus Saller weiß, welche Versicherungen für Tiere sinnvoll sind und auf welche Sie verzichten können.

Stand: 28.02.2017

Jack Russel Terrier (Symbolbild) | Bild: colourbox.com

Tierhalterhaftpflichtversicherung

Für Hunde- und Pferdebesitzer ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung unbedingt zu empfehlen. In einigen Bundesländern (nicht in Bayern) ist diese sogar Pflicht. Sie übernimmt Schadenersatzforderungen für Personen- oder Sachschäden, die von dem versicherten Tier verursacht werden. Unabhängig vom Verschulden unterliegen Tiere nämlich einer sogenannten Gefährdungshaftung. Der Halter haftet also für alle Schäden, die durch das Tier entstehen - unabhängig davon, ob er selbst etwas dafür kann.

Verursacht Ihr Tier z. B. einen Unfall mit Personenschaden, kann der Schaden in Millionenhöhe gehen. Wer in solch einem Fall keine Versicherung hat, steht vor dem finanziellen Ruin. Deshalb sollte die Deckungssumme der Versicherung auch mindestens 5 Millionen Euro betragen. Für Hunde ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung (je nach Rasse) schon für 40-50 Euro pro Jahr zu bekommen (mit einer geringen Selbstbeteiligung von etwa 150 Euro). Das ist nicht viel, wenn man die Höhe der Deckungssumme von mehreren Millionen bedenkt. Aber vergleichen lohnt sich, wie bei allen Versicherungen, denn zwischen den einzelnen Versicherungen gibt es Preisunterschiede von über 100 Euro pro Jahr.

Schäden, die durch Katzen und andere Kleintiere verursacht werden, sind übrigens in der Regel von der privaten Haftpflichtversicherung, die jeder haben sollte, abgedeckt. Fragen Sie am besten zur Sicherheit bei Ihrer Versicherung nach. Die private Haftpflicht zahlt allerdings nicht für Schäden, die durch falsche Haltung verursacht werden. Wenn Sie z. B. 20 Katzen in der Mietwohnung halten und dadurch Schäden an der Wohnung entstehen, wird die Versicherung wahrscheinlich nicht zahlen.

Krankenversicherung

Krankenversicherungen für Tiere lohnen sich in der Regel nicht, da sie relativ teuer sind (z. B. für Hunde, je nach Rasse ab 450 pro Jahr). Die Versicherungen übernehmen häufig nicht alle Behandlungen. So sind z. B. Entwurmung, Impfung, Kastration/Sterilisation oder Vorsorgeuntersuchungen bei vielen Krankenversicherungen ausgeschlossen.

Auch Behandlungskosten für Vorerkrankungen, die bereits bei Vertragsabschluss bestanden, werden meist nicht übernommen, ebenso nicht die für angeborene, rassetypische Erkrankungen. Auch die Höhe der Kostenübernahme ist in der Regel begrenzt. Außerdem werden ältere oder kranke Tiere oft von den Krankenversicherungen ausgeschlossen.

Es macht daher meist mehr Sinn, gelegentliche Behandlungen beim Tierarzt aus eigener Tasche zu bezahlen und evtl. eine OP-Versicherung abzuschließen.

OP-Versicherung

Weitaus sinnvoller als eine Krankenversicherung für Tiere ist eine OP-Versicherung. Sie ist erheblich günstiger als eine Krankenversicherung und zahlt dann, wenn es richtig teuer wird, nämlich wenn ein Tier aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit operiert werden muss. Das gilt v. a. für größere Tiere, wie Pferde, Hunde oder Katzen. Bei kleinen Tieren, wie Hamster oder Kaninchen, sind Operationen in der Regel nicht so teuer.

Achten Sie bei der Wahl der Versicherung unbedingt darauf, dass sie mindestens den zweifachen Gebührensatz übernimmt. Tierärzte rechnen nämlich nicht selten den zweifachen oder auch dreifachen Satz ab. Und: Manche Versicherungen erstatten die vollen OP-Kosten nur bis zu einem bestimmten Alter des Tieres.

Eine OP-Versicherung für Hunde bekommen Sie, je nach Rasse, ab ca. 15 Euro pro Monat, für Katzen ab etwa 10 Euro.

Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung für Haustiere ist in der Regel nicht sinnvoll, denn der entstehende finanzielle Verlust, wenn das Haustier stirbt, ist normalerweise nicht das Problem. Außerdem sind Lebensversicherungen sehr teuer: Sie müssen z. B. für eine Versicherungssumme von 1500 Euro um die 300 Euro Prämie im Jahr bezahlen. Für teure Pferde hingegen, die auf Turnieren geritten werden, kann eine Lebensversicherung durchaus sinnvoll sein, damit der Besitzer sich im Falle des Todes ein neues Pferd leisten kann.


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