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Ernährung "Superfood" Aronia - wie gesund ist die Beere wirklich?

Superfood-Fans kennen die Aroniabeere z. B. als leckeren Zusatz in Müslis oder Fruchtriegeln. Man sagt ihr viele gute Eigenschaften nach - sogar Krebserkrankungen soll sie vorbeugen können. Kein Wunder, dass die Lebensmittelindustrie auf den Zug aufspringt und jede Menge Aroniaprodukte herausbringt. Doch welche davon sind für unsere Ernährung wirklich sinnvoll?

Stand: 01.12.2017

Wildobst wie diese Apfelbeeren oder Aronia sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. | Bild: BR/BR

Die aus Nordamerika stammende Aronia, auch bekannt als Apfelbeere oder Schwarze Eberesche, gehört zur Familie der Rosengewächse. Seit Mitte der 70er-Jahre gibt es auch in Deutschland Aroniaplantagen. Frisch geerntet sind die Beeren nahezu ungenießbar wegen ihres herb-säuerlichen Geschmacks. Getrocknet und zu Saft oder Konfitüre verarbeitet, sind sie beliebte Früchte. In der Verwendung ähneln sie der Preiselbeere, Sanddornbeere und Hagebutte, d. h. sie werden gern mit milderen Früchten oder auch herzhaft kombiniert. Der stark färbende Aroniasaft wird auch als natürlicher Farbstoff verwendet.

Inhaltsstoffe

  • Hohe Konzentration an Antioxidantien
  • Aroniakerne enthalten geringe Mengen des Pflanzengifts Amygdalin, das bei der Zersetzung im Körper Blausäure in geringen Mengen freisetzen kann. Daher sollte man nicht mehr als 500 g frische Aroniabeeren verzehren.
  • Gerbstoffe
  • Vitamin C

Gesundheitlicher Nutzen

  • die enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend
  • die enthaltenen Antioxidantien schützen unsere Zellen vor freien Radikalen, die zu Zellentartungen führen und Krebs erregen können
  • gut für das Immunsystem wegen Vitamin-C-Gehalt, der jedoch oft bei der Verarbeitung zu Saft verloren geht
  • hilft bei der Entgiftung von Leber und Nieren
  • lindert Verdauungsbeschwerden
  • reguliert Blutdruck und Cholesterin
  • wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus

Aroniaprodukte (Auswahl)

  • frische Aroniabeeren: höchste Inhaltsstoff-Konzentration, daher am besten zu empfehlen, allerdings nicht allerorts zu bekommen
  • getrocknete Aroniabeeren: der Großteil der Inhaltsstoffe wird konserviert, geschmacklich weniger herb als frische Beeren
  • Aroniasaft: laut Stiftung Warentest verliert der Saft stark an Vitamin C, wird oft milderen Fruchtsäften zugesetzt, wie Birne, Apfel oder Granatapfel
  • Aroniapulver: entsteht durch Sprüh- oder Gefriertrocknung, Verwendung z. B. in Backwaren; Gefriertrocknung schont die Inhaltsstoffe, da bei der Sprühtrocknung mit Heißgas gearbeitet wird
  • Fertigprodukte: Müsli, Marmelade und Früchteriegel enthalten häufig nur wenig Beeren, daher auf die Zutatenliste achten

Das Fazit von Ernährungsexpertin Jutta Löbert

"Ich halte mich an die Empfehlungen des Bundeszentrums für Ernährung. Dort heißt es über die Trendbeeren im Allgemeinen, dass sie nicht erforderlich sind für eine gesunde Ernährung und dass man eine ausgewogene Ernährung bestens mit heimischem Obst und Gemüse erreichen kann. Auch sind Aroniabeeren kein Allheilmittel für alle möglichen Beschwerden und Krankheiten. Aber es gibt Hinweise aus einzelnen Studien auf gesundheitsfördernde Effekte. Im Vergleich zu vielen anderen als Superfood bezeichneten Beeren hat die Aroniabeere den Vorteil, dass sie in Deutschland wächst und daher ökologisch bedenklich lange Transportwege entfallen. Wenn man auf den gesundheitlichen Nutzen der Aroniabeere setzt, sollte man bei allen Aronia-Fertigprodukten darauf achten, wie hoch der Fruchtanteil im Produkt überhaupt ist."

Jutta Löbert, Ernährungsexpertin


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